CS-Aktie nach Strategieupdate und Anpassung der Ziele erneut gesucht

Zürich (awp) - Die Aktien der Credit Suisse ziehen am Mittwoch im frühen Geschäft deutlich stärker an als der freundliche Gesamtmarkt. Die Titel knüpfen damit an die starke Performance vom Dienstag mit einem Plus von 4,5% an. Die CS hat anlässlich des heutigen Investorentages in London einige Mittelfristziele angepasst, die vor einem Jahr beschlossene Strategie insgesamt aber bestätigt. Bezüglich der teilweise reduzierten Gewinnziele heisst es in Marktkreisen, dass diese nun eher der Realität entsprechen würden. Gelobt wird überdies, dass das Gewinnziel für die Schweizer Universalbank nicht wie teilweise befürchtet nach unten revidiert wurde.
07.12.2016 09:49

Bis um 09.35 Uhr ziehen CS um 4,4% auf 14,94 CHF an, das Tageshoch lag gar bei 15,08 CHF. Gehandelt sind bis anhin gut 7 Mio Aktien und damit rund ein halbes Tagesvolumen. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,48% höher.

Nachdem der Kostensenkungsplan im März bereits ausgeweitet worden war, hat die CS am Mittwoch noch eine Schippe draufgelegt: Das bis 2018 angestrebte operative Kostendach wird neu auf unter 17 Mrd CHF beziffert, bislang galt als Zielwert unter 18 Mrd. Das Ziel der Netto-Einsparungen wird gleichzeitig auf über 4,2 Mrd CHF angehoben, hier hatte bisher ein Wert von über 3,2 Mrd gegolten. Die Gewinnziele in Bereichen des Investment Banking werden angesichts des schwierigen Marktumfelds dagegen gesenkt.

Es sei bereits vor einem Jahr klar gewesen, dass die damals verkündeten Ziele nur mit erheblichem Rückenwind vom Markt erreichbar wären, heisst es dazu in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Da bei den Transaktionsvolumina weiterhin Flaute herrsche, habe die CS nun zumindest in zwei Sparten der Realität Rechnung tragen müssen. Zudem liege der Konsens für die reduzierten Gewinnziele im International Wealth Management sowie für die Division APAC noch immer tiefer als die nun neu formulierten Ziele.

Auch die UBS-Analysten nennen die neuen Ziele der CS realistischer. Sowohl die UBS-eigene als auch die Konsensschätzungen für den Vorsteuergewinn lägen aber noch immer deutlich unter den Projektionen der CS, heisst es auch hier.

Die erhöhten Sparziele kommen für die ZKB nicht überraschend. Eine Bank von der Grösse und der Komplexität der Credit Suisse verfüge immer irgendwo über Kostensparpotential. Insgesamt geht die Kantonalbank davon aus, dass der Markt erleichtert darüber sei, dass die CS nicht mehr länger Luftschlössern nachhänge. Mangels Ertragsdynamik bleibe die CS aber auf mittlere Sicht eine reine Cost-Cutting-Story.

Die Bank Vontobel meint zur Credit Suisse, dass es Sinn mache, die erst vor einem Jahr festgelegte Strategie nicht schon wieder zu ändern. Und die Reduktion der Gewinnziele für die Sparten IWM und APAC sei zu erwarten gewesen. Die Ankündigungen seien auch insgesamt im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, heisst es bei Vontobel und ähnlich auch bei der Deutschen Bank.

Dass die Bank die Vorsteuergewinnziele für die Schweizer Universalbank und für den Wealth Management-Bereich in Asien-Pazifik und in den internationalen Segmenten bestätigt habe, vermittle eine gewisse Sicherheit mit Blick auf die wichtigsten Geschäfte der CS, heisst es in einem Kurzkommentar von Barclays.

cf/tp

(AWP)