CS-Aktien schwächer nach Anpassung der GV-Vergütungstraktanden

Die Aktien von Credit Suisse tendieren am Dienstag im frühen Handel schwächer. Am Osterwochenende stand die Grossbank vermehrt im Fokus, nachdem in der Nacht auf Karfreitag bekannt gegeben wurde, dass die Geschäftsleitung auf einen Teil der bereits ausgesprochenen Boni verzichten will. Die Massnahme steht im Zusammenhang mit Kritik von Aktionärsseite mit Blick auf die anstehende Generalversammlung von Ende kommender Woche. Am Markt beschäftigt allerdings eher die Kapitalisierung und die dahingehenden Planungen die Gemüter.
18.04.2017 09:58

Credit Suisse verlieren gegen 9.30 Uhr 0,7% auf 14,30 CHF. Der SMI verliert 0,2%. Am Donnerstag hatten die Titel in einem insgesamt schwächeren Markt bereits 0,9% verloren. Das bisherige Jahreshoch von CS lag bei 16,31 CHF Mitte Januar und das bisherige Jahrestief bei 14,06 CHF Anfang Februar.

Druck von Aktionären habe zu den Anpassungen geführt, kommentiert die Bank Vontobel am Dienstag die Neuigkeiten. Man erachte diese als vernünftigen Schritt, der helfen sollte, an der GV ein besseres Ergebnis zu erzielen, schreibt der zuständige Analyst. Allerdings bleibe offen, wie und wann die Bank ihr Kapital-Problem adressieren werde. Vontobel behält das Kursziel von 14,50 CHF bei und bestätigt "Hold".

Auch die ZKB hebt in einem Kommentar mit Blick auf das Quartalsergebnis, das am kommenden Mittwoch ansteht, die Klärung der Kapitalstrategie hervor. Das erste Quartal 2017 sei mit Gerüchten über eine Kapitalerhöhung in den vergangenen Wochen und einer neuen Schwarzgeldaffäre in Europa ereignisreich gewesen. Bei diesem Quartalsabschluss dürfte den Kapitalquoten spezielle Aufmerksamkeit gewidmet sein, so der ZKB-Analyst. Denn die Kernkapital-Quote (CET1) dürfte sich im Vergleich zu Ende Dezember 2016 nur marginal verbessert haben.

Daher interessiere ihn insbesondere, wie die Gruppe ihre Kapitalbasis erhöhen wolle. "Wir gehen davon aus, dass der Aktienmarkt eine Kapitalerhöhung von bis zu CHF 3 Mrd gut verdauen würde." Eine solche Kapitalerhöhung würde bei einem Emissionspreis von 10 CHF weniger Verwässerung als ein Teil-IPO der Schweizer Einheit verursachen. ZKB hält am Rating "Übergewichten" fest.

ys/tp

(AWP)