CS-Aktien setzen Erholung fort - Analysten kommentieren zurückhaltend

Zürich (awp) - Die Aktien der Credit Suisse knüpfen im frühen Donnerstags-Handel an den positiven Trend der vergangenen Tage an. Die Grossbank überraschte die Anleger mit einem Gewinn im zweiten Quartal, während die Experten im Vorfeld mit einem erneuten Verlustausweis gerechnet hatten. Bei genauer Analyse relativiert sich indes der Gewinnausweis, ist er doch insbesondere durch tiefere Rückstellungen getrieben.
28.07.2016 09:54

Die CS-Titel eröffneten den Handel knapp 3% in Plus, mussten im frühen Handel jedoch einen Teil der Gewinne wieder abgeben. Um 9.50 Uhr stehen die Aktien noch 1,9% höher auf 11,77 CHF, derweil der Gesamtmarkt gemessen am SMI 0,3% gewinnt.

Die Analysten geben sich in der Beurteilung des CS-Ergebnis zurückhaltend. Grundsätzlich wohlwollend werden die Rückkehr in die Gewinnzone und das deutliche Übertreffen der Konsensprognose wie auch die verbesserte Kernkapitalquote kommentiert.

Der besser als erwartet ausgefallene Gewinnausweis wird allerdings verschiedentlich sogleich relativiert, da er grösstenteils auf die Auflösung von Kredit-Rückstellungen und tiefer als erwartet ausgefallene Restrukturierungskosten zurückzuführen sei. Die Analystengemeinde hatte mit der Bildung von zusätzlichen Rückstellungen zur Kreditvorsorge von rund 120 Mio CHF gerechnet, die CS hat stattdessen 28 Mio an Rückstellungen aufgelöst. Zudem sei im Konsens mit 271 Mio CHF an Restrukturierungsrückstellungen gerechnet worden, während die CS jetzt nur 91 Mio gebucht habe, schreit die ZKB weiter.

Der "normale" Geschäftsgang habe sich mehr oder weniger im Rahmen des Erwarteten bewegt, so die ZKB weiter. Die IG Bank gibt dabei aber zu bedenken, dass das gesteigerte Handelsvolumen im Zusammenhang mit der Brexit-Abstimmung als Einmalfaktor zu sehen ist.

Auf positive Resonanz stösst die gestärkte Kernkapitalquote von nun 11,8%. Der Anstieg um 40 Basispunkte ist dabei zur Hauptsache auf die Reduktion der risikogewichteten Aktiven um 9 Mrd CHF zurückzuführen.

Gut aufgenommen wird zudem der anhaltende Zufluss von neuen Geldern im Vermögensverwaltungsgeschäft zu dem insbesondere die Divisionen International Wealth Management und APAC beigetragen haben. Das Private-Banking-Momentum ausserhalb der Schweiz bleibe stark, lobt Morgan Stanley entsprechend.

Als weiter zentral für die CS erachten die UBS-Experten die Kosten. Das von der CS bekräftige Ziel, die Kosten im laufenden Jahr unter 19,8 Mrd zu drücken, sei "konservativ", meint die UBS.

gab/uh

(AWP)