CS-Aktionäre nehmen Vergütungsbericht mit 58% Ja an - Management wird kritisiert

Die Aktionäre der Credit Suisse haben den im Vorfeld der Generalversammlung intensiv diskutierten und heftig kritisierten Vergütungsbericht angenommen. In einer konsultativen Abstimmung sagten knapp 58% der Aktionäre ja zum Bericht. Damit verminderte sich die Zustimmungsquote gegenüber dem Vorjahr deutlich, als noch 79,3% der Aktionäre zugestimmt hatten.
28.04.2017 14:34

VR-Präsident Urs Rohner versprach nach der Abstimmung, dass die CS-Führung die tiefe Zustimmung sehr ernst nehme und die Vergütungspolitik überprüfen werde. Man wolle in Zukunft keine so tiefen Zustimmungsraten, versprach er.

Der Präsident des Vergütungsausschusses, Jean Lanier, hatte den Aktionären vor der Abstimmung die Überlegungen seines Gremiums zur Honorierung erläutert. Er räumte ein, dass man die kritischen Reaktionen auf die vorgesehene Entschädigung so nicht vorhergesehen habe und entschuldigte sich gleich wie Präsident Rohner für die Fehleinschätzung bzw. die ungenügende Sensibilität.

JA ZU GESCHÄFTSBERICHT UND ENTLASTUNG DES MANAGEMENTS

Positiv und im Sinne des Verwaltungsrates fielen auch die Abstimmungen über den Geschäftsbericht - Ja-Stimmenanteil von rund 98% - und zur Entlastung des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung (88,5%) aus.

Das CS-Management musste sich von seinen Aktionären in verschiedenen Voten zum Teil erhebliche Kritik anhören. So wurden neben dem generellen Unverständnis über die Höhe der Management-Entschädigung zum Beispiel moniert, dass der Verwaltungsrat - anders als die Geschäftsleitung - nicht auch auf einen zusätzlichen Teil seiner Entlohnung verzichtet hat. Auf Unverständnis stiess auch, dass die CS auf der einen Seite über eine Kapitalerhöhung Mittel im Umfang von 4 Mrd aufnimmt, auf der anderen Seite aber gleichzeitig Dividenden ausgeschüttet werden.

STÖRUNG DURCH GREENPEACE

Die Rede von CEO Tidjane Thiam wurde zudem durch eine Aktion von Greenpeace etwas gestört. Aktivisten hatten sich im Hallenstadion mit einem Transparenz von der Decke abgeseilt.

An der Generalversammlung der Grossbank im Zürcher Hallenstadion sind 1'640 Aktionäre anwesend, die jedoch nur einen Anteil von knapp 1,3% der gesamten Stimmrechte vertreten. Die restlichen beinahe 99% der Stimmen werden durch einen Stimmrechtsvertreter wahrgenommen.

gab/tp

(AWP)