CS am Investorentag ohne grosse Überraschungen - Aktie mit neuem Jahreshoch

(Zusammenfassung) - Die Credit Suisse nimmt das letzte Jahr ihrer dreijährigen Restrukturierungsphase in Angriff. Anlässlich des Investorentags am Donnerstag in London sieht sich die Grossbank auf Kurs und gibt sich zuversichtlich, den Turnaround planmässig abzuschliessen. Das reicht am Markt, die Aktie im Laufe des Tages auf ein neues Jahreshoch klettern zu lassen.
30.11.2017 20:02

"Unsere Strategie funktioniert", sagte CEO Tidjane Thiam am Donnerstag. Die Credit Suisse erziele profitables Wachstum, habe die Risiken im Handel reduziert und die Compliance sowie Kontrollen verbessert. Zudem habe man die Kostenbasis nachhaltig gesenkt und Verluste aus Altlasten signifikant reduziert. Seit dem letztem Investorentag vor einem Jahr sei darüber hinaus die Kapitalbasis deutlich gestärkt worden.

"Die Bank hat sich seit der Ankündigung der neuen Strategie in Richtung hin zu einem führenden Vermögensverwalter mit starkem Investmentbanking entwickelt", so der Konzernchef weiter. Der Fokus auf das Wealth Management zahle sich aus.

FOKUS AUF KOSTEN

Im Vordergrund bleiben bei der Credit Suisse die Kosteneinsparungen. Bis Ende 2018 sollen die Ausgaben unter 17 Mrd sinken, was eine Bestätigung früherer Angaben ist. In den Jahren 2019 und 2020 wird die Kostenbasis dann zwischen 16,5 und 17 Mrd CHF erwartet, wie es am Donnerstag neu hiess.

Weiter investiert werden soll gleichzeitig in die Umsetzung regulatorischer Vorgaben und die Steigerung der Effizienz. Als Beispiel nennt die Bank die Implementierung von mehr Robotern oder einen höheren Anteil der Betriebssysteme in Cloud-Lösungen bis 2020.

Die Gefahr, den Kosten-Fokus nach der Restrukturierung wieder aus den Augen zu verlieren, sieht Thiam indes nicht. Effizient zu sein, sei wie atmen, sagte er. Dabei handle es sich nicht um eine Strategie, sondern um eine Notwendigkeit, die nicht verhandelbar sei.

DIVISIONSZIELE BESTÄTIGT

Die Profitabilitätsziele für die einzelnen Divisionen bis 2018 wurden indes grösstenteils bestätigt - so etwa auch das von Marktkreisen als ambitioniert angesehene Ziel eines Vorsteuergewinns von 2,3 Mrd CHF in der Swiss Universal Bank. Für das laufende Jahr schätzt die Credit Suisse den bereinigten Vorsteuergewinn der Schweizer Einheit auf rund 1,8 Mrd bis 1,9 Mrd CHF.

2018 sollen dann die Umsätze um 3 bis 4% steigen, und die Kosten dürften um weitere 5 bis 6% gesenkt werden. Konkrete Angaben zur Höhe eines möglichen Stellenabbaus gab es jedoch nicht.

Derweil läuft die Veräusserung der nicht mehr als strategisch erachteten Geschäftsfelder, aus denen die Bank aussteigen will, planmässig. 2018 soll die Abwicklung grösstenteils abgeschlossen sein.

Neu wurden Ziele für die erwartete Rendite (on tangible equity) auf Gruppenebene kommuniziert. 2019 soll die Kennzahl "10 bis 11%" und 2020 "11 bis 12%" erreichen, was einen Gewinn von 4,2 Mrd bis 4,6 Mrd CHF bzw. von 5,0 Mrd bis 5,5 Mrd impliziert. In den ersten neun Monaten 2017 lag der Return (on tangible equity attributable to shareholders) bei 4,1%.

HÖHERE AUSSCHÜTTUNG VERSPROCHEN

In den Jahren 2018 bis 2020 will die Credit Suisse ausserdem mit einer harten CET1-Kernkapitalquote (Basel III, look-through) von "über 12,5%" agieren. Ziel sei es zudem, ab 2019 die Ausschüttung an die Aktionäre zu erhöhen. 50% des Reingewinns soll hauptsächlich in Form von Aktienrückkäufen und Sonderdividenden rückgeführt werden.

Für das Gesamtjahr 2017 bestätigte der Konzernchef die Anfang November anlässlich der Zahlen zum dritten Quartal gemachten Aussagen. Das stabile und besser vorhersagbare Wealth Management präsentiere sich weiterhin widerstandsfähig, während die mehr marktabhängigen Geschäfte anhaltend von historisch tiefer Volatilität belastet seien.

An der Börse legten die CS-Titel am Donnerstag um 2,0% auf 16,66 CHF zu, wobei die Aktie während des Handels bei 17,06 CHF ein neues Jahreshoch erreichte. Damit stieg sie seit Januar 2016 erstmals wieder über die Marke von 17 CHF.

Wichtig sei, dass das Ende der Neuausrichtung der Grossbank langsam greifbar werde, kommentierte die Neue Helvetische Bank. Die Absichten und Aussichten der Bank seien durchaus erfreulich. "Hoffentlich treffen diese dann auch so ein."

ys/uh/mk

(AWP)