CS erwartet 2017 starkes M&A-Jahr in der Schweiz - Auch höheres IPO-Volumen

Zürich (awp) - Die Credit Suisse (CS) rechnet in der Schweiz im kommenden Jahr mit einer starken Tätigkeit im Bereich Fusionen & Übernahmen (M&A) und bei Börsengängen. Für viele Unternehmen stehe derzeit Wachstum im Vordergrund, was derzeit weniger organisch, sondern vielmehr via Akquisitionen erreicht werden könne, sagte Marco Illy, Chairman of Corporate & Investment Banking bei der Credit Suisse Schweiz, am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Bis vor kurzem war er noch Leiter des Schweizer Investment Banking.
15.12.2016 14:23

Das noch laufende Jahr dürfte sich ihm zufolge in Sachen M&A-Tätigkeit in der Schweiz sehen lassen. Bis Mitte November wurden Akquisitionen im Umfang von rund 81 Mrd USD angekündigt, verglichen mit einem Transaktionsvolumen von 35 Mrd im Vorjahr. In den 81 Mrd enthalten ist allerdings auch die rund 43 Mrd CHF schwere Übernahme von Syngenta durch ChemChina, die erst im kommenden Jahr vollzogen werden dürfte.

CHINA WEITER AUF AKQUSITIONS-TOUR

Nicht nur dank der Syngenta-Übernahme rechnet Illy für das kommende Jahr wieder mit einem hohen M&A-Volumen. "Die Voraussetzungen dazu sehen recht gut aus, und wir rechnen mit einem Volumen von 87 Mrd USD", sagte er. Dazu gehöre, dass viele Unternehmen über hohe liquide Mittel und gesunde Bilanzen verfügen, die Refinanzierungskosten tief und die Bewertungen vieler potenzieller Übernahmekandidaten nicht allzu hoch sind. Ungestillt ist gemäss Illy zudem der Akquisitionshunger chinesischer Unternehmen, was die M&A-Aktivitäten ebenfalls befeuern sollte.

Als Verkäufer auftreten könnten unter anderem die sogenannten "Entrepreneurs", von denen ein Grossteil sich derzeit im Alter um die 50 Jahre befindet. Diese müssten in den kommenden Jahren die Nachfolge regeln, was unter anderem über den Verkauf oder durch ein IPO bewerkstelligt werden könnte.

HÖHERES IPO-VOLUMEN ERWARTET

In Sachen IPO blickt Illy denn auch zuversichtlich ins kommende Jahr, nachdem das laufende Jahr mit einem Volumen von etwas über 0,9 Mrd CHF nach 2,6 Mrd im Jahr 2015 diesbezüglich nicht berauschend ausfallen dürfte. Der Bankier rechnet für 2017 mit einem Volumen von mindestens 4,5 Mrd CHF, wobei dies eher eine konservative Einschätzung sei. Mindestens drei - darunter die Credit Suisse Schweiz - eher aber fünf Unternehmen dürften gemäss Illy den Gang an die Börse wagen. Potenzielle IPO-Kandidaten ortet Illy im Gesundheitswesen, in der Finanzbranche, innerhalb der Industrie und dem Dienstleistungs- und Konsumbereich.

Das laufende Jahr habe zwar in der ersten Hälfte bezüglich Publikumsöffnungen vielversprechend ausgesehen, sagte zudem Mark Hammarskjold, Head Equity Capital Markets Switzerland bei der Credit Suisse. Angesichts der gestiegenen Unsicherheiten nach dem Brexit-Entscheid wurden dann aber viele der geplanten IPOs verschoben oder gar gänzlich abgesagt.

Die Credit Suisse sei bei fast allen Börsengängen und bei fünf von acht M&A-Transaktionen über 1 Mrd USD mit von der Party gewesen, ergänzte Illy, der Die Bank habe damit ihre Führungspositionen bei Kapitalmarkttransaktionen in der Schweiz behaupten können.

sig/ys

(AWP)