CS kehrt im ersten Quartal zurück in die Gewinnzone - Vorsichtiger Ausblick

(Ausführliche Fassung, mit Divisionen etc.) - Die Credit Suisse ist im ersten Quartal 2017 deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat damit mehr verdient als von Analysten geschätzt. Alle fünf Divisionen waren dabei profitabel und haben zum Ergebnis beigetragen. Auch bezüglich Neugeld und der Einsparziele zeigt sich die Bank zufrieden. Etwas vorsichtig bleibt sie hingegen in Bezug auf den weiteren Ausblick. Überschattet wurde das Ganze allerdings zu einem guten Teil durch die Ankündigung einer Kapitalerhöhung im Umfang von 4 Mrd CHF.
26.04.2017 09:46

Die Credit Suisse hat in der Periode von Januar bis März unter dem Strich einen Gewinn von 596 Mio CHF erzielt, dies nach Verlusten von 2,62 Mrd bzw. 302 Mio CHF im Vor- und Vorjahresquartal. Grund für den grossen Verlust im Vorquartal war vor allem der milliardenschwere Vergleich für den Verkauf fauler Hypothekenpapiere in den USA.

Auf Vorsteuerebene beträgt das Resultat 670 Mio CHF nach einem Minus von 484 Mio im Vorjahr, auf bereinigter Basis sind es 889 Mio CHF nach -173 Mio. Und die Gesamterträge des Konzerns lagen mit 5,53 Mrd um 19% über den Zahlen des vergleichbaren Abschnitts 2016. Auf allen drei Ebenen wurden die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens übertroffen, wobei vor allem die Reingewinnzahlen deutlich darüber lagen.

CS-CEO Tidjane Thiam zeigt sich denn auch sehr zufrieden: "Wir hatten einen starken Start ins 2017 und waren sowohl auf berichteter wie auch auf adjustierter Basis profitabel", sagt er in der Mitteilung. Dies sei ein wichtiger Schritt bei der Ausführung der im Oktober 2015 festgelegten Strategie. Dabei mache die Bank gute Fortschritte hin zu einem Vermögensverwalter mit einem starken Investment Banking, auch wenn es noch viel zu tun gebe.

HOHER NEUGELDZUFLUSS

Die Bank arbeitete im ersten Jahresviertel nicht nur profitabel, sonder zog auch viel neues Geld an. Im Bereich Wealth Management (Divisionen SUB, IWM und APAC) waren es Nettoneugelder von 12,0 Mrd CHF, was einem Plus von 24% im Jahresvergleich entspricht. Die verwalteten Vermögen (AuM) in den Einheiten erreichten per Ende März ein Stand von 712 Mrd CHF. Insgesamt erzielte die Bank damit einen (adjustierten) Vorsteuergewinn von 1 Mrd CHF.

Zufrieden zeigt sich die Bank auch mit den Investmentbanking-Divisionen Global Markets und IB&CM, wobei vor allem erstere eine substantiell höhere Profitabilität dank einer guten Performance im Bereich Credit - Ertrag +133% gegenüber Vorjahresquartal - erzielt hat.

BEI KOSTENSENKUNG AUF KURS

Aber nicht nur die Einnahmeseite, sondern auch die Kostenseite ist bei der CS seit längerem verstärkt im Fokus. So wurden im ersten Quartal 250 Mio an Kosteneinsparungen erzielt und rund 1'400 Stellen gestrichen, im Gesamtjahr sollen insgesamt mehr als 5'500 Stellen abgebaut werden.

Die CS sieht sich damit gut auf Kurs, das für 2017 angestrebte Ziel einer Kostenbasis von unter 18,5 Mrd CHF zu erreichen. CFO David Mathers bekräftige an einem Call für Nachrichtenagenturen zudem auch das für Ende 2018 angestrebte Ziel, die Kostenbasis auf unter 17 Mrd CHF zu senken.

Schneller als ursprünglich geplant schreitet auch das Runterfahren der Strategic Resolution Unit (SRU) voran. Das ursprünglich für 2019 angestrebte Ziel, die risikogewichteten Aktiven (RWA) auf 30 Mrd USD zu reduzieren, soll neu bereits Ende 2018 und damit 12 Monate früher erreicht werden.

Die Bank hat auch bei der Kapitalisierung leichte Fortschritte erzielt: Gemessen an der harten Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III, look-through) lag sie bei 11,7% nach 11,5% Ende 2016, die Leverage Ratio bei 3,3% (Ende 2016: 3,2%). Um dies weiter zu verbessern, will die Bank eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die Aktionäre durchführen und damit neue Mittel von rund 4 Mrd CHF generieren (siehe separate Meldung).

Dafür verzichtet sie auf den vor einiger Zeit angekündigten Börsengang der Schweizer Einheit (SUB). Dies wurde allerdings von den meisten Marktteilnehmern so erwartet, nachdem ein IPO vom Management zuletzt nur noch als mögliche Option bei der Kapitalbeschaffung bezeichnet worden war.

AUSBLICK EHER VORSICHTIG

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich die Bank derweil alles andere als euphorisch. In den ersten Wochen des zweiten Quartales habe es zwar weitere Nettoneugeld-Zuflüsse bei den Einheiten SUB, IWM und APAC gegeben. Allerdings habe die politische Unsicherheit bei den Klienten zu einer gewissen Zurückhaltung geführt.

Das Ergebnis für das zweite Quartal hänge nun stark von den politischen Entwicklungen ab, die derzeit allerdings schwierig vorauszusagen seien. Mittelfristig sei man zwar in Bezug auf den Wachstumskurs weiter zuversichtlich, bleibe kurzfristig aber vorsichtig, heisst es in der Mitteilung.

uh/gab

(AWP)