CS lanciert in der Schweiz digitales Sparsäuli mit 5% Zins

Die Credit Suisse lanciert ein digitales Sparschweinchen mit Bankkonto für Kinder bis zwölf Jahren. Im Angebot ist ab sieben Jahren eine Maestro-Karte inbegriffen. Der Haken: Vater oder Mutter müssen Credit-Suisse-Kunden sein.
29.08.2017 13:10

Was Migros und Coop mit ihren Sammelmanien gelungen ist, erhofft sich nun auch die Credit Suisse. Mit einem digitalen Sparsäuli mitsamt Kinderkonto, das sie nächsten Monat breit bewerben wird, will sie Eltern als Kunden gewinnen.

Das digitale Sparsäuli ist ein Kind von Credit-Suisse-Schweiz Chef Thomas Gottstein. Es richtet sich an Kinder bestehender Retail-Kunden und will weitere Eltern und deren Kinder zu CS-Kunden machen, wie Florence Schnydrig Moser, Leiterin Produkteentwicklung von CS Schweiz, am Dienstag in Zürich vor den Medien sagte.

Eltern der Million von Kindern hierzulande will die Grossbank mit dem finanzpädagogischen Konzept des Banking-Pakets "Viva Kids" überzeugen. Das Angebot, das ab dem 4. September auf dem Markt ist, kommt mit einer App für Kinder sowie einer für Eltern. Die Apps kommunizieren über WLAN mit dem Sparsäuli und zeigen an, wenn etwa Taschengeld eingeworfen wird.

Die Apps, ein Spar- und eine Transaktionskonto für die Kinder sowie das digitale Sparschwein gibt es für nicht CS-Kunden und ihre Kinder ab 99 CHF - das entspricht den minimalen Kosten, um ein einfaches Elternkonto zu eröffnen.

INTERESSANTE ZINSEN

Auf dem Kindersparkonto zahlt die CS 5% Zins bis 1000 CHF, und 1% bis 25'000 CHF. Das Transaktionskonto verzinst sie mit 1%. Überweisungen aus dem Elternkonto sind gratis. Beraten wurden die Credit Suisse von Pro Juventute. So gibt es in der Welt des Sparkässelis namens "Digipigi" diverse Motivationsinstrumente.

Kinder können auf ein definiertes Ziel sparen, sehen, ob sie alle Bedingungen für das Taschengeld erfüllt haben oder wie sie durch Hausarbeit zusätzlich verdienen können. Die Kontrolle der Konti, der Ausgabelimiten und der Maestro-Karte, erhältlich ab 7 Jahren, liegt bei den Eltern.

Verantwortlich für die Entwicklung und Produktion des digitalen Sparschweins ist das Hightech-Unternehmen Zühlke aus Schlieren/ZH. Laut Zühlke ist es seit Jahren das erste elektronische Spielzeug, das hierzulande hergestellt wird.

BISHER NUR KOSTEN

Nachts dient das Kässeli als Leuchte und Wecker. Es macht Geräusche, wenn Geld hereinkommt, wenn die Kinder Geburtstag haben und kennt 25 Gesichtsausdrücke. Pro Woche werden derzeit 1000 Digipigis produziert. Ein Expansion im Ausland ist laut CS vorerst nicht geplant. Die Patent- und Eigentumsrechte besitzt die Credit Suisse.

CS-Projektleiterin Schnydrig Moser spricht von einem "emotionalen Begleiter, der den Kindern, hilft den Umgang mit Geld zu lernen." Die Credit Suisse verdiene damit übrigens nichts, bemerkte sie. Ohne aktive Kündigung geht das Banking Paket am zwölften Geburtstag des Kindes in das bestehende CS-Paket für Jugendliche über.

(AWP)