CS macht weitere Fortschritte bei Restrukturierung - Gewinn von 303 Mio im Q2

(Ergänzt um mehr Details) - Die Credit Suisse hat das zweite Quartal etwa im Rahmen der Markterwartungen abgeschlossen. Beeinträchtigt wurde das Geschäft durch eine geringere Handelsaktivität in einigen Anlageklassen. Allerdings machte die Bank weitere Fortschritte bei der Restrukturierung und der Umsetzung der Strategie, die im Oktober 2015 erstmals vorgestellt wurde. Laut Management ist diesbezüglich nun Halbzeit.
28.07.2017 08:14

Das Marktumfeld sei im ersten Halbjahr 2017 geprägt gewesen durch "eine einzigartige Kombination aus steigenden Börsenindizes und anhaltend tiefer Volatilität", hiess es von der Grossbank am Freitag. Dies habe sich auf Neuemissionen an den Eigen- und Fremdkapitalmärkten positiv ausgewirkt, bedeutete jedoch auch eine geringere Handelsaktivität in verschiedenen Anlageklassen, namentlich bei Derivaten.

"HALBZEIT" IM RESTRUKTURIERUNGSPLAN

"Die erste Halbzeit der Umsetzung unseres strategischen Dreijahresplans liegt hinter uns und unsere Strategie bewährt sich", sagte CEO Tidjane Thiam laut Mitteilung. "Wir machen gute Fortschritte im Hinblick auf unsere wichtigsten Ziele." Denn in den vergangenen 18 Monaten seien konkret Fortschritte bei der Erzielung profitablen Wachstums gemacht worden, bei der Reduzierung der Risiken und Bereinigung der Altlasten, bei der Reduzierung der Kosten sowie der Stärkung der Kapitalbasis.

ALLE DIVISIONEN PROFITABEL

Die Redimensionierung habe etwa der einstigen Problemdivision Global Markets (GM) zu einem profitablen ersten Halbjahr 2017 verholfen. In der Handelseinheit seien im Vergleich zum Vorjahr die Erträge und die Profitabilität - letztere "erheblich" - gestiegen sowie die Kosten gesunken. Die Restrukturierung der Division sei nun weitgehend abgeschlossen. Im zweiten Quartal erzielte GM einen Vorsteuergewinn von 257 Mio CHF.

Auch alle anderen Divisionen erwirtschafteten von April bis Juni ein positives Ergebnis und lagen grösstenteils über den Prognosen. Die Vorzeige-Einheit der Gruppe, die Swiss Universal Bank, machte vor Steuern einen Gewinn von 502 Mio CHF. Das Internationale Wealth Management lag im zweiten Quartal bei 365 Mio CHF und APAC bei 188 Mio.

Der Fokus auf das globale Vermögensverwaltungsgeschäft zahle sich aus, kommentiert Thiam die Ergebnisse. Dies zeige sich "an den steigenden Netto-Neugeldern und den weltweit verwalteten Vermögen in Rekordhöhe". Die Vermögensverwaltung zog in den Kerndivisionen insgesamt Neugelder von netto 12,1 Mrd CHF an. Und die verwalteten Vermögen stiegen auf 1'307 Mrd nach 1'304 Mrd CHF Ende März.

ABWICKLUNG BELASTET WEITER

Die nicht-strategischen Geschäften bescherten der Bank dagegen einen Verlust von 563 Mio. Dieser lag damit am oberen Ender der Bandbreite der Schätzungen. Analysten hatten das Minus der Abwicklungseinheit (Strategic Resolution Uni; SRU) auf 451 bis 569 Mio geschätzt.

Man mache aber "gute Fortschritte" bei der Abwicklung, hiess es am Freitag. Die Leverage-Risikoposition sei im zweiten Quartal um 8 Mrd USD gesenkt worden, was einer Reduktion 10% um 49% im Vorjahresvergleich entspreche. Die Fortschritte in der SRU hätten ebenfalls massgeblich zur Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr beigetragen, so die Credit Suisse.

Insgesamt habe sich die Profitabilität des Kerngeschäfts der Bank im Semester im Vergleich zum Vorjahr um 600 Mio CHF verbessert, während sich die Ergebnisbelastung aus der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Division um 900 CHF Mio verringert habe.

DEUTLICH HÖHERE KERNKAPITALQUOTE

Auch sieht die Bank sich bei den wichtigen Kosteneinsparungen auf Kurs. Das Kostenziel für 2017 von unter 18,5 Mrd CHF dürfte erreicht werden. Und auch das Ziel von unter 17 Mrd bis Ende 2018 wird bekräftigt. Im ersten Halbjahr 2017 wurden Kosten in der Höhe von 0,6 Mrd CHF gegenüber der Vorjahresperiode eingespart.

Nachdem im Juni eine weitere Kapitalerhöhung in Form einer Bezugsrechtsemission in Höhe von 4,1 Mrd abgeschlossen wurde, verbesserte sich zudem die Kapitalisierung. Die harte Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III, look-through) stieg auf 13,3% von 11,7% Ende März und die Leverage Ratio auf 3,8% nach 3,3%.

Unterm Strich hat die Grossbank das zweite Quartal 2017 etwa im Rahmen der Markterwartungen abgeschlossen. Der Gewinn der Gruppe belief sich auf 303 Mio CHF nach 596 Mio im Vorquartal und 170 Mio CHF im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn lag im Berichtsquartal bei 582 Mio nach 670 Mio bzw. 199 Mio. Die Gesamterträge des Konzerns erreichten 5,21 Mrd CHF.

VORSICHTIGER AUSBLICK

Mit Blick in die Zukunft gibt sich die Bank indes vorsichtig. Die momentane tiefe Volatilität, geopolitische Unsicherheiten und Phasen geringer Kundenaktivität dürften die marktabhängigeren Geschäfte beeinträchtigen, heisst es. Der Ertragsbeitrag der Vermögensverwaltung sei, nebst den üblichen saisonalen Effekten des dritten Quartals, dagegen besser vorhersehbar. Dort gehe man davon aus, weiterhin von einer langfristigen positiven Entwicklung zu profitieren.

ys/gab

(AWP)