CS nach Quartalszahlen stark unter Druck

Zürich (awp) - Die Aktien der Credit Suisse liegen am Donnerstag in der Eröffnungsphase stark unter Druck. Die Bank hat vorbörslich ihr Quartalsergebnis präsentiert und dabei einen kleinen Gewinn mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen ausgewiesen und auch über weitere Fortschritte an der Kosten- und Kapitalisierungsfront berichtet. Die vorbörslich gestellten Kurse hatten denn auch auf eine Höherbewertung der Aktie hingedeutet.
03.11.2016 09:39

In der Eröffnung kam es dann aber ganz anders. Um 09.30 Uhr notiert die CS-Aktie in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt 3,8% tiefer bei 12,76 CHF, dies nachdem das Papier bereits am Vortag schwach abgeschnitten hatte (-2,9%). Die Papiere der UBS sind mit -0,6% ebenfalls nicht gesucht.

Auf den ersten Blick liegt der Q3-Vorsteuergewinn der CS über den Erwartungen, dies vor allem dank einem starken Ergebnisbeitrag aus der Universalbank Schweiz. Allerdings hätten vor allem einmalige Gewinne aus Immobilienverkäufen dazu beigetragen, heisst es in Expertenkreisen. Zudem werde das starke Spartenergebnis von einer etwas enttäuschenden Nettoneugeldentwicklung überschattet.

Gewohnt negative Töne schlägt der für Bernstein tätige Bankenanalyst an. Seines Erachtens bleibt das Quartalsergebnis um Sonderfaktoren bereinigt über alle Geschäftsfelder hinweg hinter den Erwartungen zurück. Besonders stösst er sich an der gegenüber dem Vorquartal rückläufigen Bruttomarge im Private Banking. Im Gegenzug begrüsst er die auf der Kostenseite und bei der Eigenkapitalbasis erzielten Fortschritte.

Sonst sind die Stimmen zumeist gar nicht so negativ. Bei der Bank Vontobel etwa ist von einem besser als erwartet ausgefallenen Ergebnis die Rede. Geholfen hätten einerseits höhere Handelserträge und andererseits die - um Sonderfaktoren bereinigten - tieferen Kosten, schreibt der Analyst in einem Kommentar. Im Gegenzug stösst er sich etwas am weiterhin vorsichtigen Ausblick. Bei der Zürcher Privatbank erhofft man sich vom diesjährigen Investorentag vom 7. Dezember weitere wichtige Erkenntnisse.

Auch die ZKB spricht in einem ersten Kommentar von einem "insgesamt positiven Ergebnis", wobei vor allem das "gute Kostenmanagement" und der geringer als erwartet ausgefallene Restrukturierungsaufwand als positive Punkte genannt werden.

KURSRÜCKGANG SCHON BEIM Q2

Für den Kursdämpfer am Vortag hatten Händler die Angst vor höheren Kosten im Zusammenhang mit der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten (Zinsmanipulationsskandal in den USA) verantwortlich gemacht. Diese Angst hatte am Mittwoch allerdings dem gesamten europäischen Bankensektor zugesetzt.

Die Entwicklung des CS-Aktienkurses erinnert etwas an den Kursverlauf beim zweiten Quartal. Damals (Ende Juli) hatte das Unternehmen überraschend mit einem Gewinn für das zweite Quartal aufgewartet, doch die Marktteilnehmer hatten sich auf andere Punkte konzentriert und die Aktien mit Kursverlusten abgestraft.

uh/gab

(AWP)