CS: Razzien wegen Steuerangelegenheiten in London, Paris und Amsterdam

(Aktualisiert) - Bei der Credit Suisse sind Büroräumlichkeiten in London, Paris und Amsterdam unter die Lupe genommen worden bezüglich Steuerangelegenheiten von Kunden. Lokale Behörden hätten die Büros der Grossbank diesbezüglich am gestrigen Donnerstag "besucht", teilt die Grossbank am Freitag mit. "Wir arbeiten mit den Behörden zusammen", so das Finanzinstitut.
31.03.2017 11:59

Am Morgen hatte die niederländische Behörde zur Verfolgung von Finanzvergehen mitgeteilt, dass man wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Razzien in mehreren Ländern angestossen habe. Hintergrund sei ein Hinweis zu Geheimkonten bei einer namentlich nicht genannten Schweizer Bank, hiess es.

Ein Konzernsprecher bestätigte gegenüber AWP am Freitag, dass es sich dabei um die Credit Suisse handelt. Weitere Auskünfte könne er derzeit nicht geben, allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt.

In den Niederlanden, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien hätten bereits am Donnerstag koordinierte Durchsuchungen begonnen, so die niederländische Behörde weiter. Gemälde, Goldbarren, Bargeld und andere Vermögenswerte in Millionenhöhe seien beschlagnahmt worden.

Betroffen seien mehrere Inhaber von insgesamt 3'800 Konten mit Verbindungen in die Niederlande. Insgesamt gebe es rund 55'000 verdächtige Konten bei dem Geldhaus. Darüber seien die anderen betroffenen Länder von der niederländischen Regierung informiert worden.

Seit 2013 wende die Credit Suisse das Abgeltungssteuerabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien an, heisst es von der Grossbank weiter. Auch seien die freiwilligen Steueroffenlegungsprogramme der Niederlanden und Frankreichs umgesetzt worden und Beziehungen zu nicht steuerkonformen Kunden beendet worden.

Die Credit Suisse habe zudem den automatischen Informationsaustausch, der im April 2017 in Kraft tritt, für ihre europäischen Standorte umgesetzt. Der gleiche Standard gelte ab 2018 für europäische Individualkunden, die aus der Schweiz heraus betreut würden.

Credit Suisse verfolge weiterhin eine Strategie der vollständigen Steuerkonformität, betonte das Institut.

An der Börse werden Credit Suisse aktuell 0,8% tiefer gehandelt.

ys/ra

(AWP)