CS steigert im Q3 Profitabilität - Weiterhin geringe Kundenaktivität

(Ergänzt um mehr Details) - Die Credit Suisse hat im dritten Quartal 2017 wieder mehr verdient. Das führt die Grossbank auf die im Zuge der Neuausrichtung gesteigerte Effizienz zurück. Bei der weiteren Umsetzung des Umbaus sieht man sich auf Kurs, während das Marktumfeld schwierig bleibt.
02.11.2017 08:45

Die Gesamterträge des Konzerns erreichten in den Monaten Juli bis September 4,97 Mrd CHF. Damit gingen sie im Vergleich zum Vorjahr zurück und erreichten auch die Prognosen nicht ganz. Der Geschäftsaufwand wird mit 4,54 Mrd CHF ausgewiesen und hielt sich damit im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 stabil, sank zum Vorjahr um rund 11%.

Die CS spricht in ihrer Mitteilung am Donnerstag von robusten Erträgen. Denn obwohl sich die Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum weiter verbessert hätten, sei die Kundenaktivität angesichts Unsicherheiten in Bezug auf die geopolitische Lage, die Geldpolitik der Zentralbanken sowie Umfang und Zeitplan der Reformen in den USA und wegen historisch tiefer Volatilität weiterhin verhalten. Hinzu komme, dass die Aktivität im Vergleichsquartal 2016 wegen den Auswirkungen des Brexit und den US-Präsidentschaftswahlen ungewöhnlich hoch ausgefallen sei.

NETTO-ABFLÜSSE IN VERMÖGENSVERWALTUNG

Unter dem Strich verdiente die Bank wie am Markt erwartet deutlich mehr als im Vorjahr, allerdings - ebenfalls wie erwartet - weniger als im zweiten Quartal 2017. Der Reingewinn belief sich auf 244 Mio CHF nach 41 Mio im Vorjahr und 303 Mio CHF im Vorquartal. Der Vorsteuergewinn lag im Berichtsquartal bei 400 Mio CHF nach 222 Mio bzw. 582 Mio. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einem Vorsteuergewinn von 402 Mio CHF und einem Reingewinn von 227 Mio gerechnet.

Angesichts der Fortschritte bei der Verbesserung der operativen Effizienz sei die Profitabilität der Gruppe deutlich gestiegen sei, lässt sich CEO Tidjane Thiam in der Mitteilung zitieren. Mit Blick auf die einzelnen Divisionen fügte er zudem hinzu, dass die mit der Vermögensverwaltung verbundenen Tätigkeiten in einem anspruchsvollen Umfeld ein "sehr gutes" Quartalsergebnis erreicht hätten, während die Divisionen Global Markets und International Wealth Management (IBCM) eine "solide" Entwicklung zeigten. Die Ergebnisse würden den Wert des diversifizierten Geschäfts unterstreichen.

Die Vermögensverwaltung konnte im dritten Quartal 10,4 Mrd an Netto-Neugeldern anziehen. Für die Gesamtbank resultierte im Berichtsquartal dagegen ein Abfluss von 1,8 Mrd. Die verwalteten Vermögen lagen Ende September bei 1'345 Mrd nach 1'307 Mrd Ende Juni.

STRATEGIE AUF KURS

Auf Ergebnisebene erzielte die SUB einen Vorsteuergewinn von 426 Mio CHF und lag damit unter den Prognosen sowie dem Vorjahresergebnis. IWM und APAC verzeichneten jeweils einen Gewinn vor Steuern von 355 Mio bzw. 218 Mio.

In Global Markets lag der Vorsteuergewinn derweil bei 71 Mio sowie in IBCM bei 35 Mio. Beide Divisionen blieben damit deutlich unter den Schätzungen. In Global Markets fiel das Ergebnis gar noch tiefer aus als im sehr schwachen Vorjahr.

In der Abwicklungseinheit ergab sich ein Minus von 578 Mio. Diese fiel mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen aus. Die Bank spricht von weiteren Fortschritten: Bereinigter Geschäftsaufwand, Leverage-Risikopositionen sowie risikogewichtete Aktiven (RWA) seien zum Vorquartal weiter gesunken.

Bei den Kosteneinsparungen sei man auf Kurs, die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen, heisst es. In den ersten neun Monaten 2017 seien Kosteneinsparungen (zu konstanten Wechselkursen) von insgesamt 1 Mrd erzielt worden, davon rund 400 Mio im dritten Quartal. Man sei zuversichtlich, dass die Kostenbasis per Ende 2017 unter dem angestrebten Ziel von 18,5 Mrd liegen wird.

TIEFERE KERNKAPITALQUOTE

Die Kapitalisierung, die im Vorquartal deutlich verbessert worden war, konnte mehr oder weniger aufrechterhalten werden. Die harte Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III, look-through) ging leicht zurück auf 13,2% nach 13,3% Ende Juni, während die Leverage Ratio unverändert bei 3,8% liegt. Bei der harten Kernkapitalquote kam es zu einem Zuschlag für operationelle Risiken bei risikogewichteten Aktiven, wie anlässlich der Zahlenvorlage zum zweiten Quartal bereits in Aussicht gestellt wurde. Ohne diese Belastung, die in erster Linie die RMBS-Vergleiche betrifft, wäre die Kennzahl Ende September bei 13,4% rausgekommen.

Mit Blick in die Zukunft heisst es, dass eine "weiterhin starke" Leistung im Vermögensverwaltungsgeschäft erwartet werde, wenngleich mit saisonal bedingt niedrigeren Netto-Neugeldzuflüssen. In den marktabhängigsten Bereichen hätten im Oktober allgemein betrachtet ähnliche Handelsbedingungen wie im dritten Quartal 2017 mit einer anhaltend niedrigen Volatilität, aber einer Verbesserung der Aktivität geherrscht.

Auch im Schlussquartal werde man sich darauf konzentrieren, die Strategie weiter diszipliniert umzusetzen. Sieben Quartale des Dreijahresplans seien nun abgeschlossen, und man bleibe weiter dran, wobei der Fokus weiterhin auf Geschäftswachstum und Effizienzsteigerung liegt.

ys/gab

(AWP)