CS überrascht mit Gewinn von 170 Mio CHF

Zürich (awp) - Die Credit Suisse (CS) hat im zweiten Quartal 2016 wider Markterwartungen einen Gewinn erzielt. Dieser belief sich auf 170 Mio CHF nach einem Verlust von 302 Mio im Vorquartal und einem Gewinn von 1,05 Mrd CHF im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn lag im Berichtsquartal mit 199 Mio ebenfalls wieder im profitablen Bereich nach -484 Mio im ersten Quartal. Im zweiten Quartal 2015 lag der Gewinn vor Steuern bei 1,66 Mrd. Die Gesamterträge des Konzerns erreichten 5,11 Mrd CHF und erfüllten damit die Prognosen.
28.07.2016 06:57

Die Grossbank betont in einer Mitteilung am Donnerstag besonders die Rückkehr zur Profitabilität im zweiten Quartal sowie weitere Fortschritte bei der Restrukturierung. Auch eine Verbesserung der Kapitalisierung wird lobend hervorgehoben. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einem Reinverlust von 168 Mio CHF gerechnet.

Alle Divisionen erzielten ein positives Ergebnis. Für Überraschung sorgen besonders Global Markets mit einem Vorsteuergewinn von 154 Mio sowie Investment Banking & Capital Markets (IBCM) mit 135 Mio. Die Swiss Universal Bank übertraf die Prognosen mit einem Vorsteuerergebnis von +453 Mio. APAC und International Wealth Management verzeichneten jeweils +206 Mio bzw. +245 Mio. In der Abwicklungseinheit ergab sich dagegen ein Minus von 759 Mio.

Man habe gute Fortschritte bei der beschleunigten Restrukturierung von GM gemacht und das Geschäft entsprechend redimensioniert sowie die Kosten- und Kapitaleffizienz der Division gesteigert. Dadurch wurde das Risikoprofil deutlich verringert, heisst es. Dies steht im Einklang mit dem Ziel, die Ertragsvolatilität zu reduzieren.

Wie im März angekündigt, sei im ersten Halbjahr der erwartete Quartals-Vorsteuerverlust in einem Adverse-Stress-Szenario um 50% reduziert worden.

Die Vermögensverwaltung zog zudem Neugelder von netto 11,3 Mrd CHF an.

Die Kapitalisierung konnte die Bank gemessen an der harten Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III, look-through) etwas verbessern. Sie lag bei 11,8% nach 11,4% Ende März. Die Leverage Ratio blieb stabil bei 3,3%.

Der Ausblick für das zweite Halbjahr 2016 bleibe vorsichtig, sagte CEO Tidjane Thiam laut Mitteilung. Geopolitische Spannungen und makroökonomische Bedenken hätten sich vor einigen Wochen durch das Ergebnis des Referendums in Grossbritannien noch verstärkt. Man werde in den kommenden Quartalen weiter stetig auf die längerfristigen Ziele hinarbeiten. Bei den Kosteneinsparungen sei die Grossbank auf Kurs.

ys/gab

(AWP)