Daimler legt gute Zahlen vor und schweigt zu Kartell-Vorwürfen

(Erweiterte Fassung) - Der deutsche Autobauer Daimler legt trotz der Debatten um Diesel-Manipulationen und Fahrverbote weiter kräftig zu. Grund ist vor allem der zuletzt starke Auto-Absatz bei Mercedes-Benz.
26.07.2017 09:06

Das teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf rund 41,2 Milliarden Euro.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) schnellte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro in die Höhe. Allerdings war der operative Gewinn vor Jahresfrist niedrig ausgefallen, da Kosten für den Austausch von Airbags und andere Sonderfaktoren belastet hatten. Unter dem Strich verdiente Daimler rund 2,51 Milliarden Euro - nach 2,45 Milliarden im zweiten Quartal 2016.

Die Zahlen blieben damit leicht hinter den Markterwartungen zurück: Von Reuters befragte Analysten hatten ein unbereinigtes Ebit von 3,8 Milliarden Euro sowie einen Nettogewinn von 2,53 Milliarden Euro vorausgesagt. Schliesslich war der Auto-Absatz der Marke mit dem Stern weiter kräftig gewachsen - um neun Prozent im abgelaufenen Quartal auf fast 600'000 Fahrzeuge.

Die Rendite lag etwas über zehn Prozent. Im Nutzfahrzeuggeschäft verkaufte Daimler acht Prozent mehr Lastwagen, nachdem der Absatz im Auftaktquartal noch geschrumpft war. Hier hob der Konzern die Absatz- und Gewinnprognose an. Das operative Ergebnis soll nun das Vorjahresniveau erreichen statt darunter zu liegen.

"Keine Beteiligung an Spekulationen"

Daimler verteidigte im zweiten Quartal dennoch seine Position als grösster Premiumhersteller weltweit vor BMW. Doch der Erfolg wird von Dieselbetrugs- und Kartellvorwürfen überschattet.

"Wir sind gut beraten, uns nicht an Spekulationen zu beteiligen", sagte Daimlerchef Dieter Zetsche am Mittwoch bei der Präsentation der Halbjahresbilanz. Für die bestehenden Kooperationen mit anderen Herstellern bedeuteten die Berichte aus seiner Sicht zunächst nichts.

Die Gespräche seien im existierenden Rechtsrahmen erfolgt. Der "Spiegel" hatte über ein womöglich seit vielen Jahren bestehendes mutmassliches Kartell berichtet, in dem sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler über Technik, Kosten und Zulieferer verständigt haben sollen. Auch die anderen Hersteller schweigen dazu.

(AWP)