Danone leidet unter schwacher China-Nachfrage und Verbraucherboykott

(Ausführliche Fassung) - Der französische Lebensmittelkonzern Danone ist im dritten Quartal von einer schwächeren Nachfrage nach Babynahrung in China gebremst worden. Auch der Verfall von Währungen wie dem Argentinischen Peso oder dem Brasilianischen Real wirkte sich ungünstig aus. Der Umsatz sank im dritten Quartal daher um 4,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, wie Danone am Mittwoch mitteilte. Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet ergab sich ein Plus von 1,4 Prozent. Dies lag über den Analystenerwartungen.
17.10.2018 12:41

Die Aktie verlor als einer der schwächsten Werte im EuroStoxx 50 bis zum Mittag 3,5 Prozent. In diesem Jahr haben die Papiere bislang knapp 10 Prozent an Wert verloren.

Nach mehreren Quartalen aussergewöhnlichen Wachstums sei der Verkauf von Säuglingsnahrung in China eingebrochen, so Danone. Auf das Quartal gerechnet gingen die Umsätze in dem Land um ein Fünftel zurück. In China sinken die Geburtenraten wieder, nachdem sie nach dem Ende der Ein-Kind-Politik im Jahr 2016 in die Höhe geschossen waren. Im Vorjahr war noch ein Umsatzplus von über 50 Prozent erzielt worden - unter anderem, weil Händler ihre Lager wieder aufgefüllt hatten, nachdem China strengere Kontrollen für den grenzüberschreitenden E-Commerce vertagt hatte.

Auch in Grossbritannien wurde das Babykost-Geschäft beeinträchtigt. Dort hatten sich Verbraucher über eine neue Zusammensetzung der Aptamil-Säuglingsnahrung beschwert. In sozialen Netzwerken wurde die Verträglichkeit des Produkts bemängelt und auch eine versteckte Preiserhöhung beklagt, denn die Packung wurde verkleinert.

Belastet wurde Danone im dritten Quartal zudem von den Auswirkungen eines Verbraucherboykotts in Marokko, der sich gegen als zu hoch wahrgenommene Milchpreise richtete. Um 35 Prozent sackten die Umsätze in dem Land ab.

Dafür zogen die Verkäufe von Joghurt, Kaffeeweisser und Produkten aus Pflanzenmilch in Nordamerika weiter an. Auch Europa erholte sich nach Jahren der stagnierenden Nachfrage. Dank des heissen Sommers sprudelten zudem die Wasser-Umsätze mit Marken wie Volvic und Evian.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Danone. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie./she/men/fba

(AWP)