Darmstädter Merck-Konzern will vor weiteren Grossübernahmen Schulden abbauen

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA will sich nach der milliardenschweren Übernahme des US-Laborspezialisten Sigma-Aldrich mit grösseren Zukäufen zurückhalten. Erwerbe bis 500 Millionen Euro seien möglich, sagte Finanzchef Marcus Kuhnert der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). Was darüber hinausgehe, müsse durch den Verkauf anderer Unternehmensteile finanziert werden. Grünes Licht für grössere Akquisitionen werde es erst geben, wenn der Verschuldungsgrad - das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis (Ebitda) - bei etwa 2 angekommen sei. Zuletzt lag die Relation bei 2,4.
18.08.2017 20:49

Kuhnert zufolge hat Merck Ratingagenturen einen klaren Entschuldungsplan zugesagt, den das Unternehmen nun einhalten müsse. Der Manager, der vor drei Jahren vom Konsumgüterkonzern Henkel zu Merck gewechselt war, sieht den Konzern auf einer Gratwanderung. So müsse er einerseits von Zeit zu Zeit in allen Unternehmensbereichen zukaufen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Andererseits gebe es aber klare Zusagen an die Ratingagenturen und die Fremdkapitalgeber. Für Sigma-Aldrich hatte Merck 17 Milliarden US-Dollar bezahlt./stw/edh

(AWP)