Das Tätigkeitsgebiet der Schweizer Banker wird künftig technischer

Die Tätigkeiten und Laufbahnen in der Schweizer Bankenbranche werden sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern, wobei dies insbesondere für Kundenberater gilt. Insgesamt werde aber das ganze Bankfach technischer werden. Zu diesen Schlüssen kommen die Autoren der am Montag vorgestellten Zukunftsstudie "Bankfachspezialisten 2030", die von der ZHAW School of Management and Law im Auftrage des Zürcher Bankenverbandes durchgeführt wurde.
27.11.2017 11:00

Durch zukünftige Entwicklungen sei in der Bankenbranche ein Paradigmenwechsel absehbar, halten die Autoren der Studie fest. Dabei werde sich das seit Jahrzehnten gültige Modell einer linear-vertikalen Laufbahn hin zu einem multidirektionalen Modell entwickeln. Dieses werde nicht nur vertikale Verläufe einer Laufbahn, sondern auch horizontale und bogenmässige Verläufe und vor allem eine Verbindung von allen Varianten beinhalten, heisst es weiter.

In ihrem Zukunftsszenario gehen die Studienautoren davon aus, dass einerseits neue digitale Dienstleistungen zunehmend massentauglich werden. Anderseits glauben sie, dass die persönliche Beratung und Betreuung für die Kunden bedeutend bleiben wird. Gleiches gelte auch für die Daten- und Systemsicherheit im Bankengeschäft.

Als Folge dessen werde sich die Arbeitssituation vor allem für Kundenberater und -betreuer verändern, während sich klassische Supportfunktionen wie Risk & Compliance oder Finance nur inhaltlich aber nicht grundsätzlich verändern würden, heisst es weiter. Entsprechend müssten sich Kundenberater in den nächsten Jahren stark weiterentwickeln und interdisziplinärer werden.

Dabei seien Professionals einerseits gefordert, ihren Mindset zu verändern und vermehrt alternative Laufbahnkonzepte zu den traditionellen linear-vertikalen Laufbahnverläufen in Betracht zu ziehen, um flexibel und geplant auf veränderte zukünftige Rahmenbedingungen reagieren zu können. Andererseits müssten sie genau analysieren, welchen Wert ihr bestehendes Kompetenzportfolio im Rahmen der möglichen zukünftigen Entwicklungen hat und wie sie allfällige Lücken schliessen können, schreiben die Autoren.

Gefordert sei aber nicht nur die Mitarbeitenden. Auch die Banken und die Bildungsinstitutionen würden in der Pflicht stehen, sich auf die künftigen Kompetenzanforderungen auszurichten. Um für Mitarbeitende auch in Zukunft attraktiv zu bleiben, müssten sich die Arbeitgeber fragen, wie bisherige Attraktivitätsmerkmale wie Karriereaussichten und Entschädigung durch neue Attraktivitätselemente, wie beispielsweise Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsmodelle, Cross-Industrie-Anschlussmöglichkeiten, ersetzt werden könnten.

Die Bildungsinstitute wiederum müssten ihre Bildungsprogramme so auszurichten, dass die Auszubildenden in ihren bisherigen und künftigen Tätigkeitsfeldern bestehen können.

sig/rw

(AWP)