Industriekonzern aus dem UriDätwyler verfehlt die Markterwartungen

Der Industriekonzern Dätwyler hat im Geschäftsjahr 2016 beim Betriebsgewinn klar zugelegt, mit dem Reingewinn aber schwächer abgeschlossen als im Vorjahr.
07.02.2017 06:31
Der Hauptsitz des Dätwyler Konzernbereichs Sealing Technologies liegt in Schattdorf, Uri.
Der Hauptsitz des Dätwyler Konzernbereichs Sealing Technologies liegt in Schattdorf, Uri.
Bild: ZVG

Wesentlich beeinflusst wurde das Ergebnis vom Rückzug im Bieterwettbewerb um die britische Premier Farnell, dessen Kosten Dätwyler bereits im vergangenen August in etwa beziffert hatte.

Der EBIT stieg um knapp 16% auf 146,1 Mio CHF an und die EBIT-Marge um 120 Basispunkte auf 12,0%, wie das Urner Unternehmen am Dienstag mitteilt. Der Reingewinn ging dagegen um knapp 30% auf 57,6 Mio zurück. Die Dividende soll dennoch und "angesichts der seit mehreren Jahren nachhaltig starken operativen Ertragskraft und dem vielversprechenden Wachstumspotenzial" unverändert bei 2,20 CHF je Inhaberaktie und bei 0,44 CHF je Namenaktie belassen werden.

Damit hat Dätwyler die Erwartungen der Analysten nicht erreicht, wobei die Schätzungen wegen der Einflüsse aus der gescheiterten Premier Farnell-Übernahme teils weit auseinanderlagen. Der AWP-Konsens für den EBIT lag bei 148,1 Mio CHF, für den Reingewinn bei 75,6 Mio und für die Dividende bei 2,52 CHF je Inhaberaktie.

Wie erwähnt haben Sonderkosten durch die gescheiterte Übernahme von Premier Farnell zu Buche geschlagen. Bereinigt um diese hätte der EBIT bei 157,6 Mio CHF gelegen und die EBIT-Marge bei 13,0%. Der Reingewinn wäre auf 116,9 Mio CHF und damit deutlich über dem Vorjahreswert zu liegen gekommen. Einmalige Kosten zur Währungsabsicherung und Währungsverluste aus der versuchten Akquisition von Premier Farnell belasteten das Finanzergebnis und reduzierten das ausgewiesene Nettoergebnis um gegen 60 Mio CHF.

Bereits Ende Januar hatte der Mischkonzern den Umsatz bekanntgegeben: Dieser nahm um 4,3% auf 1,22 Mrd CHF zu; organisch resultierte ein Wachstum von 1,4%, da 0,9 Prozentpunkte des Anstiegs dem Wechselkurseinfluss zuzuschreiben waren und 2,0 Punkte akquisitorischen Einflüssen.

Die Division Sealing Solutions verzeichnete dabei ein Plus von 6,7% (organisch: +2,9%) auf 753 Mio CHF, während die Division Technical Components den Umsatz lediglich um 0,7% auf 463 Mio verbessert, wobei organisch gar ein Minus von 0,8% resultierte.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 heisst es, man sei optimistisch, den profitablen Wachstumskurs beschleunigen zu können. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1,25 und 1,35 Mrd CHF und einer höheren Marge. Deshalb erhöht Dätwyler auch das mittelfristig geltende Zielband für die EBIT-Marge auf 11 bis 14% von bisher 10 bis 13%.

Bis 2020 strebt das Unternehmen unverändert einen Umsatz von 2 Mrd und eine EBIT-Marge von 12% bis 15% an.

(AWP)