Dätwyler-CEO erwartet weitere Aufträge von Nespresso

Altdorf (awp) - Die Industriegruppe Dätwyler geht davon aus, dass sie den lukrativen Nespresso-Auftrag von Nestlé für weitere fünf Jahre zugesprochen erhält. Zudem dürfte dieser ausgedehnt werden. "Für die USA ist eine neue Nespresso-Linie lanciert worden. Es wäre für ein anderes Unternehmen nicht möglich, Milliarden von Dichtungen und Aluminiumhüllen pro Jahr in der geforderten Qualität zu liefern", sagt Konzernchef Paul Hälg im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (Onlineausgabe vom 13. September).
13.09.2016 18:04

Die definitive Zusage aus Vevey steht noch aus. "In den Eckpunkten sind wir uns aber einig, wie es weiter gehen soll", ergänzt Hälg. Der Auftrag von Nestlé ist für Dätwyler bedeutend. Mit dem Nahrungsmittelhersteller erzielt die Industriegruppe rund 100 Mio CHF Umsatz pro Jahr. Damit ist Nestlé der grösste Einzelkunde von Dätwyler.

Der gescheiterte Versuch, die britische Premier Farnell zu übernehmen, sei eine Enttäuschung gewesen, sagt Hälg. "Grosse Akquisitionen im Elektronik-Onlinehandel sind eine Seltenheit". Man habe in diesem Sinn eine einmalige Gelegenheit verpasst.

Mit dem höheren Angebot durch Konkurrent Avnet hatte der Dätwyler-CEO nicht gerechnet. Man habe das Unternehmen zwar im Auge behalten. "Nach einem CEO-Wechsel am 11. Juni rechneten wir allerdings nicht mehr mit einer Avance von dieser Seite." Spielraum für ein höheres Gebot habe er keinen mehr gesehen. "In einem Bieterkampf hätte Avnet eher nachgelegt", sagt Hälg.

Trotzdem trauert er der verpassten Chance nicht mehr nach. "Wir haben stets auch andere Akquisitionsmöglichkeiten ausgelotet", betont er. "Der Markt für elektronische Distribution ist immer noch sehr fragmentiert." Wenn vielleicht nicht mehr in diesem Jahr, so könne man aber Anfang 2017 mit einer Akquisition aufwarten.

Einen Verkauf der Sparte Technical Components, in welche Premier Farnell hätte integriert werden sollen, sei zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema, stellt er klar.

cp/an

(AWP)