Den SBB fehlen 210 Lokführerinnen und Lokführer

Den SBB fehlen per Ende August 210 Lokführerinnen und Lokführer. Deshalb fallen an Werktagen rund 200 Züge aus. Nebst Planungsfehlern habe die Corona-Krise die angespannte Situation zusätzlich verschärft, da viele Aus- und Weiterbildungskurse nicht hätten durchgeführt werden können.
26.08.2020 13:00

Der Abschluss der Ausbildungsklassen verschiebe sich um zwei bis vier Monate, sagte Michel Berchtold, Leiter SBB Region Mitte, am Mittwoch vor den Medien. Um den Unterbestand auszugleichen, bildeten die SBB bereits im letzten Sommer zusätzliche Ausbildungsklassen, die nun im Verlauf der Jahre 2021 und 2022 abschliessen werden.

So würden sich im November insgesamt 340 Lokführer gleichzeitig in Ausbildung befinden. Der Unterbestand beim Lokpersonal dürfte sich bis Mai 2021 auf rund 110 Personen halbieren, so Berchtold.

Die SBB hätten neben gewissen Zugsverbindungen, die in der Folge der Covid-19-Krise wegen fehlenden Lokführern nicht wieder in Betrieb genommen wurden, weitere Angebotseinschränkungen geprüft. Nun seien zusätzliche Massnahmen für die Regionen Westschweiz, Mittelland und Nordwestschweiz sowie Zürich festgelegt worden. Die Angebotseinschränkungen treten ab dem 7. September in Kraft.

Laut Berchtold soll bis zum Fahrplanwechsel das Angebot wieder voll verfügbar sein, mit Ausnahme der Romandie. Hier würden gewisse Einschränkungen bis April 2021 bestehen bleiben.

Durchschnittlich fallen laut Berchtold an den Werktagen von den über 9000 verkehrenden Zügen rund 200 aus, dies entspreche 2,2 Prozent. Teilweise müssten Bahnersatzbusse eingesetzt werden, dadurch komme es zu verlängerten Reisezeiten.

(AWP)