Der SMI bleibt unter Druck - UBS legen zu

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitag zum Ende einer guten Börsenwoche leicht unter Druck.
28.04.2017 12:40

Die Stimmung an der Börse sei mit Blick auf die zuletzt gute Performance von Zurückhaltung geprägt und die Bewertungen der Dividendenpapiere hoch, heisst es im Handel. Dabei sei der Schwung aus den französischen Präsidentschaftswahlen in der zweiten Wochenhälfte verloren gegangen. Aktuell belasten etwa die Abgaben der Schwergewichte Nestlé und Novartis den Gesamtmarkt, während UBS nach überraschend starken Quartalszahlen kräftig zulegen.

Für den Leitindex SMI zeichnet sich ein deutliches Wochenplus ab. Die Erleichterung, dass der gemässigte und unabhängige Emmanuel Macron das Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich für sich entscheiden dürfte, hat den SMI auf ein Niveau hochgetrieben, dass er zuletzt Ende 2015 erreicht hatte. Aktuell weist der Index ein Wochenplus von gut 3% aus. Am Berichtstag haben BIP-Daten aus Grossbritannien und der überraschend starke Anstieg der Inflationsrate in der Euro-Zone die Märkte kaum bewegt. Am Nachmittag könnte die erste Veröffentlichung des US-BIP des ersten Quartals noch Impulse bringen.

Der SMI steht kurz vor Mittag um 0,3% tiefer bei 8818 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst lediglich 0,1% auf 1411 Punkte und der breite SPI 0,2% auf 9977 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln fallen 19 zurück, während 11 höher stehen.

UBS führt die Gewinnerliste an

Die Aktien der UBS (+3,2%) liegen bei den Bluechips nach wie vor unangefochten an der Spitze. Die Grossbank hat die Anleger mit klar über den Erwartungen liegenden Zahlen zum ersten Quartal überrascht. Lobend erwähnen Analysten insbesondere die im Investment Banking und im Wealth Management erreichte Leistung sowie die Kostendisziplin in der gesamten Bank. Eher enttäuscht hat dagegen das Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA.

Im Sog der UBS steigen Julius Bär um 2,2% in die Höhe, dagegen verlieren Credit Suisse 0,5%. Die CS hatte die Investoren bereits am Mittwoch mit Quartalszahlen positiv überrascht und gleichzeitig mit einer Kapitalerhöhung über 4 Milliarden Franken die Diskussionen über ihre Kapitalisierung für beendet erklärt. Der Kritik der Anleger, vor allem betreffend der hohen Boni-Zahlungen, muss sich das Management an der derzeit laufenden GV stellen. Trotz Boni-Kürzung lehnen die einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis den Vergütungsbericht weiterhin ab.

Bei den Schwergewichten Nestlé (-0,6%) und Novartis (-1,2%) drücken Gewinnmitnahmen auf die Kurse. Roche verlieren nur noch 0,1%. Die Bank Bernstein erhöhte im Anschluss an die gestern publizierten Quartalszahlen das Kursziel für die Genussscheine deutlich und bestätigte das Rating mit "Outperform". Zumindest auf kurze Sicht gehen die Analysten davon aus, dass der Pharmakonzern von einer Reihe guter Nachrichten aus der Produktpipeline profitieren dürfte.

Finanzinvestor schnappt sich Breitling

Adecco verlieren 0,9% bzw. 0,65 Franken und somit weniger als der Dividendenabgang (1,50 Franken) ausmacht. Die kurz vor der Übernahme stehenden Actelion-Papiere geben um 1,6% nach, deren Nachfolge-Titel im SMI Lonza büssen 1,6% ein und Richemont verlieren 1,3%. Das Rennen um die Grenchner Uhrenmanufaktur Breitling hat keiner der grossen Uhrenkonzerne gemacht, sondern der Finanzinvestor CVC.

Im breiten Markt erholen sich GAM (+3,7%) klar von der zuletzt gesehenen Kursschwäche. Der Asset Manager hat am Donnerstagabend im Anschluss an die umstrittene Generalversammlung ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Straumann (+0,1%) gewinnen erneut leicht dazu, nachdem die Papiere des Dentalimplantateherstellers am Vortag dank überzeugender Wachstumszahlen und -aussichten bereits auf ein neues Allzeithoch geklettert sind. Aufgrund der hohen Bewertung hat allerdings Kepler Cheuvreux das Rating auf "Reduce" gesenkt.

Die Vermögensverwalterin EFG International (Aktie -1,9%) musste derweil einen Netto-Geldabfluss im ersten Quartal hinnehmen. Der Grund sind Abgänge bei der übernommenen Tessiner Privatbank BSI. In Sachen BSI-Integration und Kostenseite jedoch berichtet EFG über Fortschritte. Emmi (Aktie -0,1%) weitet mit einer 40%-Beteiligung am brasilianischen Milchverarbeiter Laticínios Porto Alegre das Geschäft in Südamerika aus.

(AWP)