Deutsche Bahn und Gewerkschaft einigen sich auf mehr Lohn

Berlin (awp/sda/afp) - Die Kunden der Deutschen Bahn müssen keine Streiks über die Weihnachtstage befürchten: Der Konzern einigte sich am späten Montagabend mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 5,1 Prozent und eine Einmalzahlung. Die meisten Beschäftigten der Deutschen Bahn bekommen demnach bald mehr Geld.
13.12.2016 12:25

Für einen Teil der Erhöhung können die Beschäftigten zwischen mehr Geld und mehr Freizeit wählen. Arbeitsniederlegungen der EVG sind damit abgewendet, auch die Konkurrenzgewerkschaft GDL will an den Weihnachtstagen nicht streiken.

Bahn und EVG hatten zuletzt in mehreren Marathonsitzungen verhandelt; der Durchbruch gelang schliesslich am Montagabend. Demnach steigen die Löhne zum 1. April um 2,5 Prozent. Für die Zeit von Oktober 2016 - nach Auslaufen des vorherigen Tarifvertrags - bis März 2017 erhalten die EVG-Mitglieder eine Einmalzahlung von 550 Euro, bei Nachwuchskräften wie etwa Lernenden sind es 250 Euro. Ausserdem gibt es etwas mehr Freizeitausgleich für Nachtdienste. Zum 1. Januar 2018 gibt es dann noch einmal 2,6 Prozent mehr.

Die Bahn bezifferte die Gesamt-Tariferhöhung auf mehr als 5,5 Prozent. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte nach Ende der Verhandlungen, die Bahn sei mit dem Abschluss an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit gegangen. Er freue sich für die Kunden, dass ein Arbeitskampf abgewendet worden sei.

Die derzeitige Tarifrunde bei der Bahn betrifft rund 150'000 Mitarbeitende in Deutschland. Etwa 100'000 sind Mitglied bei der EVG.

Parallel führt die Bahn auch Verhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL); die nächste Runde ist für Freitag geplant. Der Konzern strebt grundsätzlich "widerspruchsfreie" Tarifverträge mit beiden Gewerkschaften an.

Ein GDL-Sprecher wollte sich am Dienstag nicht zu den Aussichten auf eine Einigung äussern - die Gewerkschaft gehe "ganz offen" in die nächste Verhandlungsrunde, sagte er der Nachrichtenagentur afp. Er bekräftigte zugleich, dass es keine Streiks der GDL über Weihnachten geben werde.

(AWP)