Deutsche Bank bereitet Kapitalerhöhung vor - 8 Milliarden Euro

(neu: Bestätigung des Instituts bzgl. Kapitalerhöhung, Postbank und Deutsche Asset Management) - Die Deutsche Bank hat Marktgerüchte über eine Kapitalerhöhung bestätigt. Es gebe vorbereitende Schritte für eine potenzielle Massnahme in Höhe von rund acht Milliarden Euro, hiess es in einer am Freitagabend verbreiteten Mitteilung. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise ein Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro genannt.
03.03.2017 22:05

Die Deutsche Bank bestätigte ebenfalls vorbereitende Schritte für verschiedene strategische Massnahmen. Dazu zählten der Verbleib der Postbank im Konzern und ihre Integration mit dem deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft sowie der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Deutschen Asset Management über einen Börsengang. Diese Schritte seien abhängig vom Marktumfeld und der Zustimmung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Bislang seien keine Entscheidungen getroffen worden.

BLOOMBERG: MANAGEMENT KÖNNTE BEREITS AN DIESEM WOCHENENDE MASSNAHMEN DISKUTIEREN

Bloomberg zufolge könnte das Management der Bank bereits an diesem Wochenende über die Durchführung einer Kapitalerhöhung diskutieren. Eine solche Massnahme würde es der Bank ermöglichen, die Tochter Postbank wieder einzugliedern statt sie zu verkaufen. Eine Mehrheit des Aufsichtsrates favorisiere diesen Schritt, hiess es in den Kreisen weiter.

Zuvor hatte Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtet, dass auf der Aufsichtsratssitzung am 16. und 17. März strategische Möglichkeiten ausgelotet würden, darunter eine Kapitalerhöhung und der Teilverkauf der Vermögensverwaltung. Die Deutsche Bank hatte sich zu beiden Berichten nicht äussern wollen. Die Aktie reagierte auf die offizielle Mitteilung kaum, war nach den beiden Kreisemeldungen allerdings jeweils unter Druck geraten.

HINTERGRUND

Schon seit Monaten wird immer wieder über eine Kapitalerhöhung spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis der Deutschen Bank genagt hatten. Eine mögliche Wiedereingliederung der Tochter Postbank könnte die Kapitalquoten nun erneut unter Druck bringen, berichtete Bloomberg. Das Schicksal der Postbank ist bis heute unklar, offiziell wird ein Verkauf weiterverfolgt, doch es ist fraglich, ob sich ein Käufer findet.

Aktuell kocht die Debatte um eine Kapitalerhöhung auch deshalb wieder hoch, weil sich der Aktienkurs der Deutschen Bank seit seinem Rekordtief von unter 10 Euro im Herbst vergangenen Jahres wieder deutlich erholt hat - zuletzt kosteten die Papiere über 19 Euro. Entsprechend höher wären die Einnahmen beim Verkauf neuer Aktien. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger für Krisen ist sie.

NEUE ROLLE FÜR FINANZVORSTAND?

Neben der Suche nach frischem Geld will das Management der Bank den Kreisen zufolge auch über Veränderungen ihrer Führung unterhalb der Ebene des Vorstandsvorsitzenden nachdenken. Die schliesse eine neue Rolle für den derzeitigen Finanzvorstand Marcus Schenck ein, hiess es. Die Bank äusserte sich zu dieser Spekulation in ihrer Mitteilung nicht./das/mis/he/ajx/he/ajx

(AWP)