Deutsche-Bank-Chef entschuldigt sich für inakzeptables Verhalten

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat sich in ganzseitigen Zeitungsanzeigen für das Verhalten der Bank in den vergangenen Jahren und die jüngsten Geschäftszahlen entschuldigt.
04.02.2017 15:00

Für Rechtsfälle und Vergleiche mit Kunden und Behörden habe man rund fünf Milliarden Euro aufwenden müssen, heisst es in der am Samstag in grossen überregionalen Zeitungen veröffentlichten Anzeige mit der Anrede "Liebe Leserinnen, liebe Leser, verehrte Kunden".

Die Altlasten aus den vergangenen Jahren hätten nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen und Reputation gekostet. "Das möchte ich zum Anlass nehmen, um im Namen des Vorstands der Deutschen Bank unser tiefes Bedauern auszudrücken für das, was geschehen ist. Wir möchten uns dafür entschuldigen", heisst es in dem von Cryan unterschriebenen offenen Brief.

Es seien etwa bei Hypotheken-Geschäften in den USA zwischen 2005 und 2007 schwere Fehler gemacht worden. "Das Verhalten der Bank entsprach hier nicht unseren Standards und war inakzeptabel. Das gilt leider auch für andere Fälle", schreibt Cryan.

Die Bank hatte am Donnerstag für das Geschäftsjahr 2016 erneut einen Milliarden-Verlust ausgewiesen. Obwohl der Fehlbetrag mit 1,4 Milliarden Euro deutlich geringer ausfiel als ein Jahr zuvor war er grösser als erwartet. Der langwierige Umbau, vor allem aber die unzähligen Rechtsstreitigkeiten lasteten auf der Bilanz.

(AWP)