Deutsche Bank entschuldigt sich in Zeitungsanzeigen für Fehler

Mit einer seitenfüllenden Anzeige in mehreren Zeitungen hat sich die Deutsche Bank für Fehler aus der Vergangenheit entschuldigt. "Seit ich vor anderthalb Jahren Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank wurde, mussten wir insgesamt rund fünf Milliarden Euro für Rechtsfälle aufwenden, deren Ursachen zum grossen Teil viele Jahre zurückliegen", schrieb Bankchef John Cryan am Wochenende darin.
05.02.2017 14:39

Diese Altlasten hätten die Bank nicht nur viel Geld, sondern auch Reputation und Vertrauen gekostet. "Wir möchten uns dafür entschuldigen. Es wurden schwerwiegende Fehler gemacht", heisst es in der Erklärung, die Cryan auch zur Bilanzvorlage am Donnerstag gegeben hatte. Noch gebe es weitere Verfahren, die ihre Ergebnisse belasten werden, aber das Geldhaus habe "wesentliche Rechtsfälle abgeschlossen".

Der radikale Konzernumbau und der Abbau teurer Altlasten hatte bei der Deutschen Bank im zweiten Jahr in Folge für rote Zahlen gesorgt: Unterm Strich verlor die Bank 2016 annähernd 1,4 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte sie ein Rekordminus von 6,8 Milliarden Euro gemeldet.

Deutschlands grösstes Geldhaus einigte sich zuletzt mit den US-Behörden wegen umstrittener Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise und zahlte weitere Strafen in den USA und Grossbritannien wegen einer Geldwäsche-Affäre, in die Kunden des Instituts verwickelt waren. Die Annonce wurde nun in mehreren Tageszeitungen geschaltet. Zu den Kosten äusserte sich ein Banksprecher nicht. Für ganzseitige Anzeigen können laut Preislisten mehrere Zehntausend Euro anfallen./kil/DP/edh

(AWP)