Deutsche-Bank-Mitarbeiter sind unzufriedener

Skandale und Milliardenverluste haben an der Moral der Deutsche-Bank-Mitarbeiter genagt. "Während die Mitarbeiterzufriedenheit im Jahr 2012 noch bei 73 Prozent lag, ist sie in den letzten Jahren auf mittlerweile 58 Prozent abgesunken", sagte Rechtsvorstand Karl von Rohr am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt. "Das spiegelt aus unserer Sicht die schwierige Gesamtsituation der Bank in der Aussenwahrnehmung und der damit verbundenen Unsicherheit für unsere Mitarbeiter wider."
18.05.2017 17:19

Wegen der vielen teuren Rechtsstreitigkeiten hatte die Bank die Boni zusammengestrichen, die insbesondere bei Investmentbankern einen guten Teil ihres Gehalts ausmachen. Die Deutsche Bank musste zahlreiche Abgänge hinnehmen, wie Konzernchef John Cryan ausführte: 2014 habe die Fluktuationsrate unter den Investmentbankern bei 2,9 Prozent gelegen, 2015 und 2016 sei die Rate dann auf 5,6 beziehungsweise 6,2 Prozent angestiegen.

Andere Mitarbeiter müssen gehen: Die Deutsche Bank hatte angekündigt, bis 2018 weltweit 9000 Arbeitsplätze abzubauen, davon 4000 in Deutschland. Zuletzt beschäftigte das Geldhaus weltweit 98 000 Mitarbeiter umgerechnet auf volle Stellen, gut 44 000 davon in Deutschland. Die Mitarbeiterzufriedenheit müsse sich wieder verbessern, machte Rechtsvorstand von Rohr klar: "Unser Ziel ist es, dass wir wieder zu den in dieser Hinsicht führenden Unternehmen mit Zufriedenheitswerten von über 70 Prozent aufschliessen."/das/ben/men

(AWP)