Deutsche Bank will sich 8 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen

Die Deutsche Bank stärkt ihre Kapitaldecke. Über den Verkauf neuer Aktien will das grösste Geldhaus der Republik rund 8 Milliarden Euro einnehmen, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung verkündete. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger gegen Krisen ist sie. Ein Teilbörsengang der Vermögensverwaltung innerhalb der nächsten zwei Jahre und Veräusserungen sollen weitere 2 Milliarden Euro auf Kapitalseite einbringen.
05.03.2017 16:58

Schon am Freitag hatte sich abgezeichnet, dass die Deutsche Bank die Investoren um frisches Geld bitten wird. Die Aktie war auf der Handelsplattform Tradegate bis zum späten Freitagabend auf 18,20 Euro gefallen. Vor ersten Medienberichten über eine mögliche Kapitalerhöhung hatte das Papier am Nachmittag noch 19,59 Euro gekostet - ein Absturz um 7 Prozent.

TEURE RECHTSSTREITIGKEITEN NAGTEN AN DER KAPITALBASIS

Schon seit Monaten wird über eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis der Deutschen Bank genagt hatten. Die Deutsche Bank hatte ihre harte Kernkapitalquote - eine entscheidende Kennziffer für die Krisenfestigkeit einer Bank - zum Jahresende zwar auf 11,9 Prozent steigern können. Im internationalen Vergleich steht sie damit aber eher durchwachsen da.

Die Bank strebt nun eine harte Kernkapitalquote von deutlich über 13 Prozent und eine Verschuldungsquote von 4,5 Prozent an. Das liegt über dem bisherigen Ziel einer harten Kernkapitalquote von mindestens 12,5 Prozent bis Ende 2018./das/she

(AWP)