Deutsche Börse leidet unter ruhigen Finanzmärkten - Jahresprognose wackelt

Die Ruhe an den Finanzmärkten macht der Deutschen Börse zu schaffen. Zwar legte der Frankfurter Börsenbetreiber im zweiten Quartal dank seiner Abwicklungs- und Verwahrtochter Clearstream und gestiegener Handelsvolumina der Eurex-Zinsprodukte noch moderat zu. Die Ziele im Gesamtjahr sind nun jedoch schwieriger zu erreichen. Nach Schluss des Xetra-Hauptgeschäfts rutschte der Aktienkurs am Mittwoch auf der Handelsplattform Tradegate deutlich ab.
26.07.2017 20:02

Die Geschäftsentwicklung habe insgesamt leicht unter den Erwartungen gelegen, sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer am Mittwochabend in Eschborn bei Frankfurt. Zyklische Effekte im ersten Halbjahr hätten nicht vollständig ausgeglichen werden können. Es sei aber weiterhin möglich, das untere Ende der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zu erreichen. "Voraussetzung hierfür ist eine Verbesserung des zyklischen Umfelds im zweiten Halbjahr." Die Nettoerlöse sollen eigentlich zum Vorjahr um 5 bis 10 Prozent zulegen, der Überschuss um 10 bis 15 Prozent.

NETTOERLÖSE UNTER ERWARTUNGEN

Die Nettoerlöse im zweiten Quartal stiegen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 623,6 Millionen Euro. Das war weniger als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn vor Sondereffekten legte um 7 Prozent zu. Unter dem Strich indes musste die Deutsche Börse wegen einer Steuerrückstellung einen Gewinnrückgang um 4 Prozent auf 176,3 Millionen Euro hinnehmen.

Nach den politischen Wirren um das Brexit-Referendum und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten war in den vergangenen Monaten relative Ruhe am Finanzmarkt eingekehrt. Das hatte sich bereits in den Geschäftsergebnissen der grossen US-Banken niedergeschlagen./das/he

(AWP)