Deutsche-Börse-Chef: Fusion mit London ist 'in schwerem Fahrwasser'

Der Chef der Deutschen Börse gibt sich wenig hoffnungsvoll für die Fusion mit der London Stock Exchange . "Wir müssen schon sehen, dass mit den letzten Entwicklungen diese Transaktion in ein sehr schweres Fahrwasser geraten ist", sagte Carsten Kengeter am Dienstag auf einer Konferenz in Frankfurt. Er sei zwar nach wie vor überzeugt, dass der Zusammenschluss Sinn mache. Denn nur mit einer bestimmten Grösse könne die Deutsche Börse auf den komplexen Märkten ihre Position dauerhaft behaupten. Aber, so fuhr Kengeter fort: "Wir müssen der Realität ins Auge sehen."
07.03.2017 17:30

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange hatten vor gut einem Jahr ihren Plan öffentlich gemacht, den grössten europäischen Börsenbetreiber zu schmieden. Doch der Zusammenschluss steht nach Widerständen aus London, Brüssel und aus der deutschen Politik kurz vor dem Scheitern. Einer der Knackpunkte war zuletzt der Sitz der gemeinsamen Dachgesellschaft.

Die EU-Kommission will sich bis zum 3. April zu der Fusion äussern. Allgemein wird damit gerechnet, dass das Vorhaben untersagt wird. Denn die Londoner Börse weigert sich, eine Vorgabe aus Brüssel zu erfüllen und ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu verkaufen. Kritiker sagen, das Nein zum Anteilsverkauf sei nur ein willkommener Vorwand für die Londoner, um die Fusion mit der Deutschen Börse platzen lassen zu können, ohne selbst das Gesicht zu verlieren./das/he

(AWP)