Deutsche Börse-Chef: Fusion mit LSE ist unwahrscheinlicher geworden

Nach den jüngsten Widerständen aus London glaubt auch die Deutsche Börse kaum noch an einen Erfolg ihres geplanten Zusammenschlusses mit der London Stock Exchange . "Noch prüft natürlich die Kommission das geplante Fusionsvorhaben, aber mit Blick auf die derzeitigen Erwartungen wird eine Durchführung der Transaktion in ihrer Wahrscheinlichkeit sicher nicht steigen", sagte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter am Mittwoch in Frankfurt bei einer Veranstaltung des Dax -Konzerns auf dem Börsenparkett. Dort startete die Börse ihr neues Segment "Scale", das kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Aktienmarkt erleichtern soll.
01.03.2017 09:13

Die London Stock Exchange (LSE) weigert sich, die neueste Vorgabe der EU-Wettbewerbshüter zu erfüllen und ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu verkaufen. Darum glaubt die LSE selbst nicht mehr an die Zustimmung aus Brüssel zu der Megafusion, wie der Konzern in der Nacht zum Montag mitteilte. Die beiden Konzerne brauchen sowohl die Zustimmung der EU-Kommission als auch der hessischen Börsenaufsicht - und auch dort gibt es Kritik an dem Projekt.

Die Deutsche Börse bedauere die Entwicklung, sagte Kengeter. "Die Logik dieser Fusion ist uns nach wie vor sehr klar vor Augen." Dennoch sei ihm für den Dax-Konzern nicht bange: "Wir fühlen uns als Unternehmen für die Zukunft sehr gut gerüstet." Das neue Börsensegment für Wachstumsfirmen startet am Mittwoch mit insgesamt 46 Aktien und Unternehmensanleihen./ben/DP/das

(AWP)