'Deutsche Datenfestung' - Telekom erweitert Cloud-Zentrum

(Ausführliche Fassung) - Der Ministerpräsident hat auf den Buzzer gedrückt: In Biere bei Magdeburg hat die Deutsche Telekom ihr neues Cloud-Rechenzentrum für Geschäftskunden eröffnet. Mit dem zweiten Bau biete das Datendrehkreuz auf 11 000 Quadratmetern Platz für bis zu 100 000 Server, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Damit sei die Kapazität nach 18 Monaten Bauzeit eineinhalbmal so gross wie zuvor. Die Telekom bietet Firmenkunden dort die Möglichkeit, Serverkapazitäten zu buchen und als sogenannte Cloud zu nutzen. Dafür investierte der Konzern nach Angaben der Landesregierung knapp 200 Millionen Euro. Die Telekom selbst spricht von einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.
06.09.2018 14:26

"Innerhalb weniger Jahre ist in Biere ein Hochleistungsrechenzentrum entstanden, das Unternehmen aus aller Welt sichere Datenspeicher bietet", erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zur Eröffnung am Donnerstag. "Das ist eine Erfolgsgeschichte, die wir fortführen wollen."

Es gibt weltweit mehrere Anbieter, die solche Serverfarmen für Clouds bereitstellen. Grosskunden müssen ihre Server nicht mehr selbst pflegen und können je nach Bedarf Speicherplatz oder Rechenleistung zubuchen oder abmelden. Die Telekom nennt den Standort in Biere ihre "deutsche Datenfestung". Grund dafür seien neben Sicherheitsvorkehrungen auch, dass der Standort dem strengen deutschen Datenschutz unterliege. Insgesamt betreibt die Konzerntochter T-Systems elf Cloud-Standorte auf vier Kontinenten.

In Biere war die Telekom 2014 mit einem Rechenzentrum gestartet. Dieser erste Teil ist laut Unternehmen bereits komplett ausgebucht. In der jetzt eröffneten Erweiterung seien schon 20 Prozent der Kapazitäten fest gebucht, für weitere 60 Prozent gebe es Reservierungen. Die Server-Farm kann laut Telekom perspektivisch auf fast die vierfache Fläche erweitert werden. Am Standort arbeiten laut Unternehmen etwa 80 Beschäftigte. Da die Rechenzentren in hohem Masse automatisiert betrieben würden, kämen durch die jetzige Erweiterung kaum neue Arbeitsplätze dazu, sagte eine Sprecherin./hnl/DP/fba

(AWP)