Deutsche Industrie: Auftragseingang stagniert im Mai (AF)

(Ausführliche Fassung)
06.07.2016 10:50

WIESBADEN (awp international) - Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat im Mai stagniert. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, lagen die Bestellungen auf dem Niveau vom Vormonat. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Zuwachs um 1,0 Prozent erwartet. Der deutliche Rückgang vom April wurde leicht von 2,0 auf 1,9 Prozent korrigiert. Im Jahresvergleich fielen die Bestellungen im Mai um 0,2 Prozent.

Belastet wurde das Gesamtergebnis durch die schwache Nachfrage aus dem Inland, die im Monatsvergleich um 1,9 Prozent zurückging. Dagegen stieg die Auslandsnachfrage um 1,4 Prozent. Aus der Eurozone kamen 4,0 Prozent mehr Bestellungen. Es war der dritte Anstieg in Folge. Aus dem übrigen Ausland erhielt die deutsche Industrie allerdings 0,3 Prozent weniger Orders.

Nach Warengruppen konnten nur die Bestellungen von Investitionsgütern zulegen. Sie gelten jedoch als wichtig für die Gesamtentwicklung, weil es sich um überwiegend hochpreisige Güter wie Maschinen handelt. Vorleistungs- und Konsumgüter wurden jedoch weniger als im Vormonat nachgefragt.

Bankanalysten kommentierten die Zahlen meist vorsichtig, weil die Auswirkungen des Brexit in den Zahlen noch nicht enthalten sind. "Natürlich sind die heutigen Daten rückwärtsgewandt und sagen nichts über die Auswirkungen des Brexit auf die deutschen Unternehmen aus", sagte Andreas Rees, Chefökonom für Deutschland von der Grossbank Unicredit.

Analysten von der BayernLB sprachen von einem uneinheitlichen Bild, das wenig über die künftige Konjunkturentwicklung aussage. Die Aussichten für die Produktion seien zwar nicht euphorisch, aber insgesamt noch positiv. Die Volkswirte von der Commerzbank zeigten sich dagegen enttäuscht und urteilten, der Industrie fehle es an Schwung. Wie auch das Bundeswirtschaftsministerium verwiesen sie auf rückläufige Grossaufträge, die das Gesamtresultat belastet hätten./bgf/jsl/fbr

(AWP)