Deutsche Industrie erhält mehr Aufträge - starker Jahresvergleich

(Ausführliche Fassung) - Die deutsche Industrie hat im September entgegen den Erwartungen von Analysten mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, lag das Orderniveau 1,0 Prozent höher als im August. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Rückgang um 1,1 Prozent erwartet. Zudem wurde der Anstieg im Vormonat von zunächst 3,6 auf 4,1 Prozent nach oben revidiert.
06.11.2017 10:05

Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich der Auftragseingang kräftig um arbeitstäglich bereinigt 9,5 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit Mai 2011, also seit über sechs Jahren. Während der Monatsvergleich eher die kurzfristige Entwicklung beschreibt, gibt der Vergleich zum Vorjahresmonat eher Auskunft über den mittelfristigen Trend. Allerdings kann auch diese Betrachtung verzerrt sein.

Laut Bundeswirtschaftsministerium war der Anteil von Grossaufträgen im September unterdurchschnittlich. Besonders deutlich erhöhten sich die Aufträge für Investitionsgüter, die für das Branchenwachstum als besonders wichtig gelten. Vorleistungs- und Konsumgüter wurden dagegen deutlich weniger nachgefragt. Insgesamt kamen aus dem Inland etwas weniger Bestellungen als im Vormonat, aus dem Ausland, insbesondere aus der Eurozone, dagegen mehr.

Bankvolkswirte fassten die Zahlen positiv auf. Es laufe derzeit rund in der deutschen Wirtschaft, kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank. Die deutlichen Zuwächse der Bestellungen aus dem Euroraum zeigten, dass der Aufschwung im gemeinsamen Währungsraum keine Eintagsfliege sei. Ökonom Ralph Solveen von der Commerzbank zeigte sich ebenfalls zuversichtlich für die deutsche Industrie./bgf/tos/jha/

(AWP)