Deutsche Industrie spart Milliarden durch Strompreis-Privilegien

Deutsche Industrieunternehmen sparen durch Vergünstigungen auf Strompreise Milliardenbeträge. Im Jahr 2017 summierten sich die Einsparungen auf mehr als sieben Milliarden Euro, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. Abgefragt wurden alle Begünstigungen mit Ausnahme steuerrechtlicher Vorteile. Zuvor hatte der "Spiegel" über die Einsparungen berichtet.
08.02.2019 12:07

Im Jahr 2017 entfiel laut der Bundesregierung mit rund 6 Milliarden Euro der grösste Teil der Vergünstigungen auf Regelungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bestimmte Unternehmen wie Stahlwerke, die in der Produktion besonders viel Strom verbrauchen, müssen einen geringeren Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Stromnetze leisten. Das soll sicherstellen, dass sie gegenüber internationalen Konkurrenten wettbewerbsfähig bleiben.

"Die Industriestrompreise in Deutschland lagen bei gut 12 Euro pro Megawattstunde, das ist weniger als Unternehmen zum Beispiel in Indien bezahlen", kommentierte der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer. Begünstigungen für einzelne Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, seien zwar berechtigt. "Aber hier ist offenbar ein Subventionsgestrüpp entstanden, das zum echten Strompreistreiber geworden ist."/tos/DP/fba

(AWP)