Deutsche Industrieaufträge steigen wieder - 'solider Aufwärtstrend'

Die deutsche Industrie hat im Februar wieder mehr Aufträge an Land gezogen. Nach einem kräftigen Dämpfer zum Jahresauftakt sei die Zahl der Neuaufträge im Februar saison- und arbeitstäglich bereinigt um 3,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Volkswirte hatten allerdings einen stärkeren Anstieg um 4,0 Prozent erwartet.
06.04.2017 11:11

Ausserdem fiel der Rückschlag beim Auftragseingang im Januar nicht so stark aus wie ursprünglich gemeldet. Das Bundesamt revidierte den Rückgang zum Jahresauftakt von 7,4 Prozent im Monatsvergleich auf nur noch 6,8 Prozent nach unten. Dennoch waren die Aufträge zu Beginn des Jahres so stark gefallen wie seit Anfang 2009 nicht mehr.

Obwohl sich die Auftragseingänge zuletzt "extrem volatil" gezeigt hätten, zeichne sich generell ein "solider Aufwärtstrend ab", kommentierte Experte Greg Fuzesi von der US-Bank JP Morgan die jüngsten Daten. Dies passe zur aktuell guten Stimmungslage der Einkaufsmanager in deutschen Industriebetrieben.

Im Februar stiegen die Aufträge aus dem Inland laut Bundesamt um 8,1 Prozent. Beim Auftragseingang aus dem Ausland gab es im Monatsvergleich keine Veränderung. Allerdings zeigten sich bei den Auslandsaufträgen Unterschiede. Während die Ordereingänge aus der Eurozone um 2,4 Prozent fielen, legten sie aus dem restlichen Ausland um 1,6 Prozent zu.

Bei Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Februar laut Bundesamt um 8,5 Prozent über dem Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg von 0,3 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter stiegen die Aufträge um 2,7 Prozent.

Nach Einschätzung des Experten Thomas Strobel von der Grossbank Unicredit zeigen die Daten, dass sich der generell positive Trend in der deutschen Industrie fortsetze. Einen Grund sah Strobel in einer "Renaissance des Welthandels", der zuletzt wieder an Schwung gewonnen habe. Ausserdem profitiere das verarbeitende Gewerbe in Deutschland von einer überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung und von einem starken Aufschwung im Bausektor./jkr/bgf/fbr

(AWP)