Deutsche Umweltverbände klagen gegen Zulassung für Riesenlaster

Umweltverbände wollen die Zulassung der umstrittenen Riesenlaster auf deutschen Strassen mit einer Klage stoppen. Die zu Jahresbeginn von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erteilte Freigabe verstosse gegen EU-Recht, teilten die Deutsche Umwelthilfe, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Allianz pro Schiene am Mittwoch in Berlin mit. Ein Überschreiten der festgelegten Höchstabmessungen für Lastwagen sei nur ausnahmsweise oder für Testphasen möglich. Dobrindt hatte entschieden, dass mehrere Typen von Lang-Lkw nach einem mehrjährigen Feldversuch nun regulär auf einem bis zu 11 600 Kilometer langen Strassennetz fahren dürfen.
05.04.2017 11:27

Die Verbände kritisieren, dass Lkw-Verkehre weiter verbilligt würden, was Gütertransporte auf der Schiene schädige. Dabei blieben Umwelt- und Klimaschutz sowie die Sicherheit auf der Strecke. Die Klage sei am Dienstag beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht worden.

Auch das Bundesumweltministerium hatte gegen die Regelzulassung für die Riesen-Laster protestiert, die bis zu 25,25 Meter lang sein können - 6,50 Meter mehr als sonst erlaubt. Für drei von fünf Lkw-Typen sind bisherige Befristungen aufgehoben worden. Für die anderen Typen wird der Versuch verlängert.

Dobrindt hatte ein positives Fazit des Tests gezogen. Die Bundesanstalt für Strassenwesen kam zu dem Schluss, dass zwei Fahrten mit Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lastwagen ersetzen können. Damit würden Kraftstoff und CO2 gespart./sam/DP/jha

(AWP)