Deutscher Autoabsatz knickt im Juni ein - Ausländische Hersteller legen zu

Die Autoverkäufe in Deutschland sind im Juni eingeknickt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Neuzulassungen um drei Prozent auf 327 800 Autos zurück, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin bekanntgab. Für das erste Halbjahr steht für die Industrie dennoch ein Zulassungs-Plus von drei Prozent auf gut 1,7 Millionen Autos zu Buche. Die deutschen Hersteller hatten davon in der Summe allerdings wenig.
04.07.2017 14:26

Denn das Wachstum ging fast nur auf das Konto ausländischer Marken. Während der Anteil der deutschen Hersteller an den Neuzulassungen auf Halbjahressicht bei 1,2 Millionen stagnierte, steigerten ausländische Autobauer ihren Anteil um elf Prozent auf 548 600 Autos. Im Juni legten die ausländischen Hersteller sogar um vier Prozent zu, während die deutschen Konzerne ein Minus von sieben Prozent verbuchten.

Zudem wurden in Deutschland weniger Autos gebaut. Die Produktion im Inland ging im ersten Halbjahr um drei Prozent auf rund 2,9 Millionen Autos zurück. Der Export sank um zwei Prozent. Es ist der erste Rückgang seit fünf Jahren. Als Gründe nannte der VDA, dass deutsche Hersteller ihre Autos zunehmend im Ausland bauten, aber auch, dass sich der britische Markt nach dem Brexit-Beschluss bereits abschwäche.

Auch für andere Weltmärkte erwartet der VDA weniger Wachstum. Der chinesische Markt soll nach einem Rekordwachstum von 18 Prozent im vergangenen Jahr etwa dieses Jahr nur noch um zwei Prozent wachsen. Das werde international zu einem schärferen Wettbewerb führen. "Der Wind wird rauer", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann./stw/bfb/stb

(AWP)