Deutscher Autoverband: China legt 2016 deutlich stärker zu - Probleme in USA

BERLIN (awp international) - Der Boom-Markt China wird nach Einschätzung der deutschen Autoindustrie im laufenden Jahr noch stärker zulegen als zunächst angenommen - dafür dürfte es in den USA schwierig bleiben.
14.09.2016 17:21

Für 2016 hob der Branchenverband VDA am Mittwoch seine ursprüngliche Prognose von plus 8 Prozent auf ein erwartetes Gesamtwachstum von nun 10 Prozent in der Volksrepublik an. "Insbesondere die reduzierte Mehrwertsteuer für kleinmotorige Pkw, aber auch die relativ schwachen Vorjahresmonate sorgen derzeit für hohe Wachstumsraten", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Chinesische Kunden greifen derzeit vor allem bei deutschen Oberklasse-Fahrzeugen zu.

Etwas düsterer sieht es in den Vereinigten Staaten aus. "Für das Jahr 2016 erwarten wir hier einen leichten Rückgang von 2 Prozent", meinte Wissmann. Besonders VW kämpft in der grössten Volkswirtschaft mit den Folgen der Dieselkrise. Für Westeuropa rechnet der VDA mit einem Wachstum von 5 Prozent, global soll es um 3 Prozent aufwärtsgehen.

Bisher haben die Chinesen 2016 schon über eine Million Autos von Audi , BMW und Mercedes gekauft. Im August war das Reich der Mitte der mit Abstand grösste Wachstumsmotor für die deutsche Branche. Audi setzte in China sogar mehr Autos ab als in ganz Europa zusammen. Das grösste Tempo legte auch im August aber Daimler vor: Die Schwaben verkauften weltweit 164 000 Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart und legten so um gut 12 Prozent zu. Die Münchner Konkurrenz verkaufte über 165 000 BMW und Minis und wuchs damit nur halb so schnell./jap/DP/fbr

(AWP)