Deutschlands Versicherer erwarten ‘Großschäden’ wegen Beirut

(Bloomberg) -- Die gewaltige Explosion in Beirut, die weite Teile der Stadt zerstört hatte, dürfte für mehrere deutsche Versicherer hohe Schadenskosten nach sich ziehen. Wegen der Corona-Pandemie steht die Branche bereits unter starkem Druck. Wie hoch die Kosten aus dem Unglück im Libanon genau sind, können die Unternehmen zwar noch nicht sagen, doch erste Überlegungen dazu laufen:
07.08.2020 08:48
  • Allianz SE: “Wir prüfen mögliche Verluste, aber es ist noch zu früh, um etwas zur Höhe zu sagen”, erklärte ein Sprecher gegenüber Bloomberg. Europas größter Versicherer könnte im Libanon über zwei Wege betroffen sein. Zum einen über die Sparte Allianz SNA - die unter anderem Kfz- und Krankenversicherungen verkauft und laut Webseite Not-Rufnummern geschaltet hat - und zum anderen über ihren Industrieversicherer AGCS Lebanon.Hannover Re: Vorstandsmitglied Sven Althoff sagte in dieser Woche bei einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass er davon ausgehe, dass das Unglück für die Hannover Re zu einem Großschaden werde. In diese Klasse fallen Ereignisse, die zu einer Belastung von mehr als 10 Millionen Euro führen.Talanx AG: Das Mutterunternehmen der Hannover Re ist auch in der Erstversicherung von den Schäden in Beirut betroffen, wie ein Sprecher erklärte. Wie stark diese ausfallen, sei im Moment noch nicht abzusehen. Ob es ein Großschaden in der Industrieversicherung werde, “wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen”.Munich Re: “Wir gehen in Beirut aktuell davon aus, dass das ein Großschaden für uns wird”, sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka am Donnerstag in der Bilanz-Telefonkonferenz seines Unternehmens. Zur Größenordnung könne er momentan aber noch keine Angaben machen. Als ein Großschaden gilt auch bei der Munich Re alles über 10 Millionen Euro.

Genauere Schätzungen gibt es von den Unternehmen bereits bei den Belastungen aus der Coronakrise, etwa in Folge versicherter Ausfälle von Großveranstaltungen. Bei der Munich Re liegen sie im ersten Halbjahr bei 1,5 Milliarden Euro und bei der Allianz bei 1,2 Milliarden Euro.

©2020 Bloomberg L.P.

(Bloomberg)