DIHK: Deutsche Unternehmen optimistisch wie lange nicht - Fachkräfte fehlen

Die deutschen Unternehmen bewerten ihre Lage nach Angaben des DIHK so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung und schrauben ihre Geschäftserwartungen nach oben. Trotz internationaler Unwägbarkeiten beurteile fast jedes zweite Unternehmen seine Lage als "gut" (48 Prozent) - mehr als in allen bisherigen Umfragen. Von einer schlechten Lage sprechen nur acht Prozent, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgelegten Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervorgeht.
23.05.2017 11:35

Insbesondere die Industrie bewerte ihre Lage spürbar besser. "Die Binnenwirtschaft läuft weiter rund", heisst es. Zugleich wird gewarnt: "Der Fachkräftemangel wächst sich allerdings zum mit Abstand grössten Geschäftsrisiko aus." Mehr als jedes zweite Unternehmen sehe seine Entwicklung inzwischen dadurch gefährdet.

Die Geschäftserwartungen seien spürbar gestiegen. "Unter dem Strich blicken die Unternehmen in allen Wirtschaftszweigen zuversichtlicher auf ihre Geschäftsentwicklung als zu Jahresbeginn", schreibt der DIHK. Die Perspektiven der Industrie verbesserten sich nochmals. Auch ein Ende des Baubooms scheine nicht in Sicht. Im Handel und bei Dienstleistern steige ebenfalls die Zuversicht. Mehr Beschäftigung und Löhne kurbeln laut DIHK den Konsum derzeit weiter an.

Die Industrie stockt nach Angaben des DIHK ihre Investitionsbudgets deutlich auf, insbesondere Exporteure. Die Bauwirtschaft plane so viele Investitionen wie nie zuvor. "Der grösste beschränkende Faktor - gerade für Unternehmen mit expansiven Investitionsplänen - bleibt weiterhin der Fachkräftemangel", heisst es. Dadurch würden auch die Einstellungspläne ausgebremst. Insgesamt planten Unternehmen branchenübergreifend aber nach wie vor mehr Beschäftigung./sl/DP/stb

(AWP)