DKSH im ersten Halbjahr mit 2,3% höherem Umsatz - Ziele bestätigt

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
13.07.2016 08:28

Zürich (awp) - Der DKSH-Konzern hat im ersten Halbjahr in einem schwierigen Umfeld mehr Umsatz erzielt und Marktanteile gewonnen. Unter dem Strich steht jedoch ein tieferer Gewinn. Für das Gesamtjahr wird gleichwohl ein Gewinnplus in Aussicht gestellt.

DKSH knackte im ersten Halbjahr erstmals die 5-Mrd-CHF-Marke: Der Umsatz stieg um 2,3% auf 5,08 Mrd CHF, wie das Unternehmen, das andere Firmen bei der Expansion nach Asien unterstützt, am Mittwoch mitteilt. Das um Wechselkurseffekte und M&A-Aktivitäten bereinigte organische Wachstum wird mit 3,5% angegeben.

Das organische Wachstum wäre noch deutlich höher ausgefallen, hätte das Unternehmen nicht Verträge mit tiefer Marge auslaufen lassen, heisst es weiter. Dann wäre ein Plus von 6,7% erzielt worden. Konkret seien zwei Verträge mit Herstellern aus dem Konsumgüterbereich in Thailand und Malaysia beendet worden.

Dieser Effekt spiegelt sich auch in den nach Geschäftsfeldern aufgeschlüsselten Zahlen: Im Konsumgüterbereich verringerte sich der Umsatz um 10%, in allen anderen Bereichen (Healthcare +11%, Spezialrohstoffe +12%, Technologie +9,3%) nahm er zu.

RÜCKGANG IN THAILAND GESTOPPT

Laut CEO Jörg Wolle sind die erzielten Ergebnisse "alles andere als selbstverständlich". Denn die Marktbedingungen in den konsumgüternahen Bereichen seien weiter schwierig gewesen. Laut der Mitteilung vermochte das Unternehmen jedoch den Rückgang in Thailand zu stoppen, der durch die politischen Verwerfungen ausgelöst wurde und wo DKSH insgesamt 32% des Umsatzes erzielt.

Im "schwierigen Markt" Hongkong gebe es zudem erste Anzeichen von Verbesserungen. Wachstum sei in Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha erreicht worden.

NEUE VERTRÄGE BELASTEN EBIT

Weniger gut als die Umsatzentwicklung sieht das operative Ergebnis aus. So nahm der EBIT um 2,7% auf 135,7 Mio CHF ab. Unter dem Strich resultierte ein 13% tieferer Gewinn nach Steuern von 91,7 Mio CHF und ein 19% geringerer Reingewinn (nach Minderheiten) von 89,7 Mio CHF.

Den EBIT-Rückgang erklärt das Unternehmen mit Vertragsanpassungen in der Geschäftseinheit Healthcare. Ohne diesen Effekt hätte laut den Angaben ein Wert über dem Vorjahr ausgewiesen werden können. Markant war der Rückgang auch im Bereich Technologie, der jedoch im Vorjahr sehr starke Zahlen ausgewiesen habe.

Insbesondere im Konsumgütergeschäft sind die Verbesserungen dagegen signifikant: Trotz des 10% tieferen Umsatzes infolge der Vertragsauflösungen resultierte ein 5,8% höherer EBIT. Dazu hat laut den Angaben auch das Geschäft mit Luxusgütern beigetragen: Die 2015 begonnenen Restrukturierungen seien fortgesetzt worden, was zu einer Ergebnisverbesserung geführt habe. Konkretere Neuigkeiten zum vor einem Jahr angekündigten Verkauf der eigenen Uhrenfabriken gibt es hingegen nicht.

WACHSTUMSPROGNOSEN ÜBERTROFFEN

Mit den vorgelegten Zahlen hat DKSH die Erwartungen der Analysten abgesehen vom Reingewinn leicht übertroffen - insbesondere beim organischen Wachstum. Die Experten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 5,03 Mrd CHF, einem organischen Wachstum von 2,4%, einem EBIT von 131,0 Mio CHF sowie einem Reingewinn (nach Minderheiten) von 92,4 Mio CHF gerechnet.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt das Management vage. Aus heutiger Sicht sollte für 2016 und die Folgejahre wiederum ein Umsatz- und Gewinnwachstum erzielbar sein, schreibt das Unternehmen. Vor allem das Ergebnis der Geschäftseinheit Healthcare werde sich in der zweiten Jahreshälfte "deutlich besser entwickeln", heisst es zur Begründung. Auch im Bereich Technologie zeichne sich für das zweite Semester eine "verstärkte Auslieferung von höhermargigen Produkten" ab.

rw/cf

(AWP)