DKSH trotzt dem Gegenwind - Verhalten optimistisch für 2016

(Wiederholung mit Schlusskurs)
08.02.2016 18:17

Zürich (awp) - DKSH ist im vergangenen Jahr trotz eines schwierigen Marktumfeldes gewachsen und hat unter dem Strich mehr verdient. Der Ausblick für das laufende Jahr ist verhalten optimistisch. An der Börse legten die Aktien von DKSH in einem sehr schwachen Markt leicht zu.

Am (heutigen) Montag beginnt in China das Jahr des Affen. "Das ist ein gutes Omen für DKSH", sagte CEO Jörg Wolle gleichentags an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Denn in Jahren unter diesem Tierkreiszeichen würden all jene belohnt, die sich in der Vergangenheit angestrengt hätten.

DKSH hat sich im letzten Jahr in den Augen von Wolle redlich bemüht und Ergebnisse erzielt, "die alles andere als selbstverständlich sind". Das Unternehmen sei "trotz substanziellem Gegenwind" gewachsen und habe erstmals die Grenze von 10 Mrd CHF Umsatz geknackt.

TERROR IN THAILAND

Erwähnt wurden insbesondere die Terroranschläge vom Sommer in Thailand, die politischen Unruhen und der Währungszerfall in Malaysia sowie die geringere Nachfrage nach Luxusgütern in Hongkong. Das Unternehmen, das andere Firmen bei ihrer Expansion nach Asien unterstützt, erzielt gut 96% des Umsatzes in dieser Weltgegend.

Konkret stieg der Jahresumsatz um 2,4% auf 10,05 Mrd CHF. Zu konstanten Wechselkursen hätte das Plus 4,4% betragen. Der Beitrag von Akquisitionen wurde auf 0,4% beziffert.

Harzig lief das Geschäft mit Konsumgütern wegen der Situation in Thailand (Umsatzanteil 33%) und Malaysia (Umsatzanteil Malaysia/Singapur 19%). So nahm der Umsatz der Sparte "Consumer Goods" um 5,3% ab. Die Geschäftseinheiten Healthcare (+9,4%), Technologie (+6,5%) legten hingegen zu, während der Bereich Spezialrohstoffe stagnierte.

VERKAUF VON MAURICE LACROIX VERLÄUFT HARZIG

Die Schwäche des Konsumgütergeschäfts wirkte sich auch beim EBIT aus. Diese Kennzahl fiel für den Gesamtkonzern um 0,9% tiefer aus (270,2 Mio CHF). Im Bereich Konsumgüter verringerte sich der operative Gewinn um ein ganzes Drittel. Die Restrukturierungsmassnahmen im defizitären Luxusgütergeschäft würden fortgeführt, hiess es dazu.

Vor allem will sich DKSH von den eigenen Uhrenmarken (u.a. Maurice Lacroix) trennen, wie seit gut einem halben Jahr bekannt ist. Der Verkaufsprozess komme langsamer voran als erhofft, sagte CFO Bernhard Schmitt. Laut CEO Wolle liegt dies am Markt, der "alles andere als ein Verkäufermarkt" sei. Es gebe allerdings sehr wohl Interessenten, betonte er. Eine Prognose, wann es zu einem Abschluss kommen könnte, wollte er nicht abgeben.

PROGRESSIVE DIVIDENDENPOLITIK

Unter dem Strich resultierte ein 2,1% höherer Gewinn nach Steuern von 199,6 Mio CHF. Den Aktionären soll nun eine deutlich höhere Dividende von 1,30 CHF (VJ 1,15) zufliessen. Damit werde die "progressive Dividendenpolitik" weitergeführt, hiess es dazu. "Progressiv heisst, dass die Dividende jedes Jahr erhöht wird", sagte CEO Wolle. Tatsächlich hat DKSH zuletzt Jahr für Jahr einen grösseren Betrag pro Papier ausgeschüttet.

Das Unternehmen habe bei den wichtigsten Kennzahlen im Rahmen der Erwartungen abgeschlossen, kommentierten Analysten das Ergebnis. Als positive Überraschung galt teilweise die angehobene Dividende. Die Aktien hielten sich am Montag deutlich besser als der Gesamtmarkt. DKSH schlossen mit 0,2% im Plus, während der SPI um deutliche 2,6% einbüsste.

LANGFRISTIG INTAKT

Für das laufende Geschäftsjahr 2016 ist das Management vorsichtig optimistisch. Es sei mit Marktanteilsgewinnen zu rechnen, auch wenn die Märkte volatil bleiben sollten. Zudem entwickelten sich einige Märkte in Asien sehr positiv, zum Beispiel Myanmar. Wenn nun ein Aufschwung der Kernmärkte einsetze, "sollte für 2016 und die Folgejahre wiederum ein Umsatz- und Gewinnwachstum erzielbar sein", hiess es ausserdem.

Konkreter wollte das Management für das nun anlaufende "Jahr des Affen" nicht werden. "Kurzfristig sind wir vorsichtig zuversichtlich, langfristig uneingeschränkt optimistisch", meinte Wolle bloss.

rw/ys

(AWP)