Dormakaba steigert im ersten Halbjahr 2016/2017 Umsatz und Profitabilität

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Dormakaba hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 (per Ende 2016) mehr Umsatz erzielt und unter dem Strich mehr verdient. Als Vergleichsbasis dient das pro-forma-Resultat des ersten Halbjahres 2015/2016, als Dorma und Kaba teilweise noch eigenständige Firmen waren. Im Ausblick bestätigt das Schliesstechnikunternehmen die Kurz- und Mittelfristziele.
08.03.2017 08:55

Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 3,4% auf 1,17 Mrd CHF. Damit knüpfe das Unternehmen an die gute Entwicklung des ersten gemeinsamen Geschäftsjahres der Unternehmensteile aus Deutschland (Dorma) und aus der Schweiz (Kaba) an, heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Das Betriebsergebnis (EBITDA) wurde um 6,0% auf 175,4 Mio CHF gesteigert. Entsprechend verbesserte sich die Betriebsgewinnmarge um 30 Basispunkte auf 14,9%. Der Konzerngewinn ist um 43% auf 95,8 Mio geklettert. Zu berücksichtigen sind jedoch einmalige Integrationskosten von 34,8 Mio, die das Vorjahresergebnis belasteten. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres ist eine höhere Ertragssteuer von 40,1 Mio angefallen, was einer um 2,4 Prozentpunkte auf 29,5% gestiegenen Ertragssteuerquote entspricht.

Mit dem Zahlenkranz erfüllt Dormakaba die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) auf Stufe Umsatz knapp und bezüglich EBITDA gut. Der Reingewinn liegt hingegen unter den Zielvorgaben.

UMSATZTREIBER AMERIKA UND ASIEN

Die höhere Profitabilität ist unter anderem dem Segment Access Solutions Americas zu verdanken, wo das organische Wachstum bei 6,6% lag, was zu einem Umsatz von 281,0 Mio CHF führte. Die um 1,2 Prozentpunkte auf 21,3% erhöhte EBITDA-Marge sei aufgrund höherer Geschäftsvolumen und integrationsbedingten Synergien möglich gewesen.

Noch stärker, organisch um 7,3% auf 203,4 Mio CHF, wuchs die etwas kleinere und weniger profitable Einheit Access Solutions Asia-Pacific, wobei die Wachstumsrate in Indien, in Australien und in Südostasien besonders gut gewesen sei. Die Marge verbesserte sich unter anderem dank einer Restrukturierung um 2,3 Prozentpunkte auf 11,5%.

Der wichtigste Markt Access Solutions DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) trug 401,4 Mio CHF zum Gruppenumsatz bei, 3,2% mehr als im Vorjahr. Das Wachstum wurde getrieben von Deutschland und Österreich, wobei der Umsatz in der Schweiz leicht rückläufig war. Die EBITDA-Marge sank um 120 Basispunkte auf 18,4%, was mehrheitlich integrationsbedingten IT-Kosten und einer geringeren Kapazitätsauslastung in einigen Produktionsstätten geschuldet sei.

Access Solutions EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) wuchs organisch um 0,5% auf 354,2 Mio CHF und die Marge stieg um 10 Basispunkte auf 6,8%. Schliesslich steuerte Key Systems 105,6 Mio zum Umsatz bei, wobei sich die Marge um 1,4 Prozentpunkte auf 16,2% verbesserte. Das kleinste Segment Movable Walls hat einen etwas höheren Umsatz von 58,2 Mio erwirtschaftet, wobei Projektverzögerungen zu einer auf 8,8% reduzierten EBITDA-Marge führten.

NEGATIVER FREE CASHFLOW, SCHWÄCHERE BILANZ

Während der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum 129,3 Mio CHF erreichte, war der freie Mittelfluss mit -83,5 Mio negativ. Dies ist zum Grossteil dem Cashflow aus Investitionstätigkeit geschuldet, der zu einem Mittelabfluss von 177,3 Mio führte. Neben der üblichen Investitionen in das Anlagevermögen, schlägt gemäss Dormakaba auch die im Dezember 2016 angekündigte Akquisition von Mesker Openings Group, eines Anbieters von Türen und Beschlägen zu Buche.

Der Goodwill aus dem Zukauf von Mesker betrug 113,5 Mio CHF und wurde ergebnisneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Somit reduzierte sich das Eigenkapital per Bilanzstichtag auf 574,2 Mio, was einer Eigenkapitalquote von 36% (VJ: 43,2%) gleichkommt.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Im weiteren Verlauf des Integrationsprozess stehen Wachstumsinitiativen und Effizienzmassnahmen im Mittelpunkt. Das Zusammenführen der beiden Unternehmensteile Dorma und Kaba werden die Marge im zweiten Halbjahr noch belasten. Fürs laufende Geschäftsjahr bestätigt Dormakaba die Mittelfristziele: organisches Wachstum von 3% und eine EBITDA-Marge von 14,4% im Vergleich in der abgelaufenen Berichtsperiode erreichten 14,9%.

Im Hinblick aufs kommende Geschäftsjahr 2018/2019 bestätigt Dormakaba die Guidance. Das organische Wachstum soll 2% über dem Wirtschaftswachstum in den Kernmärkten liegen. Zudem strebt das Unternehmen erstmals eine EBITDA-Marge von 18% an.

pr/ra/rw

(AWP)