Dottikon ES muss wegen Vorleistungen tiefere Marge hinnehmen

(Meldung ausgebaut) - Das Aargauer Chemieunternehmen Dottikon ES ist im ersten Semester des Geschäftsjahres 2017/18 gewachsen, musste aber etwas tiefere Margen hinnehmen. Um die hohen laufenden Investitionen zu stemmen, prüft der der Pharmazulieferer externe Finanzierungsoptionen.
28.11.2017 08:39

Konkret stiegen die Verkäufe von April bis September um 4% auf 70,1 Mio CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das Wachstum sei dabei aus dem Pharmabereich gekommen. Die Produktionsleistung - also Bestandsänderungen von Halb- und Fertigfabrikaten eingerechnet - nahm laut Unternehmensangaben gar um 9% zu.

Die Gewinnzahlen hielten indes nicht ganz Schritt. Der EBITDA nahm um 0,3 Mio auf 20,1 Mio CHF ab und die entsprechende Marge um 0,3 Prozentpunkte auf 13,8%. Unter dem Strich resultierte im ersten Halbjahr ein leicht höherer Gewinn von 9,6 Mio CHF, nach einem Überschuss von 9,5 Mio das Jahr zuvor.

VORLEISTUNGEN

Die wachstumsbedingten Vorausleistungen in den Aufbau des Personals sowie in die Lager- und Kapazitätserweiterung hätten den Materialaufwand um 20% und den Personalaufwand um 5% erhöht, erklärt Dottikon hierzu. Zudem seien höhere Unterhaltskosten angefallen. Der Fokus des Pharmazulieferers liegt aktuell auf einer Grossinvestition am Entwicklungs- und Produktionsstandort Dottikon. Entsprechend stieg auch der Personalbestand (in Vollzeitstellen) im Vorjahresvergleich um 27 auf 563 Stellen.

Denn mittelfristig rechnet das Unternehmen mit weiterem Umsatzwachstum. Daher werden die Kapazitäten mittels Neu- und Ausbauten deutlich erhöht und die Investitionen im laufenden und in den kommenden Jahren würden weiter ansteigen. Diesbezüglich seien externe Finanzierungsoptionen in Prüfung.

In der Berichtsperiode investierte Dottikon 15,4 Mio CHF, 2,9 Mio mehr als im Vorjahr. Diese wurden zuletzt mit einem operativen Cashflow von 39,0 Mio CHF bequem finanziert, der freie Cashflow summierte sich damit auf 23,6 Mio CHF. Zum Ende der Berichtsperiode wurde ausserdem ein Bestand an flüssigen Mitteln von 74,5 Mio CHF und eine Eigenkapitalquote von 80,9% ausgewiesen.

WACHSTUM GARANTIERT

Zuversicht für künftiges Wachstum schöpft Dottikon aus der demografischen Entwicklung sowie dem Trend zu beschleunigten Marktzulassungen für neuartige Medikamente. In Kombination mit günstigem Kapital garantiere dies ein weiterhin langfristiges Pharma-Mengenwachstum. Trotz staatlicher Eingriffe zur Senkung der Gesundheitskosten werde in den nächsten 5 Jahren ein globales jährliches Umsatzwachstum mit Medikamenten von durchschnittlich 6 bis 7% erwartet, so Dottikon.

Dottikon hat die schwierigen Jahre nach der Finanzkrise damit hinter sich gelassen. Seinerzeit strichen die Pharmabranche und Regierungen weltweit ihre Forschungsbudgets zusammen, während gleichzeitig bei Dottikon mehrere grosse Aufträge ausliefen.

In der Folge sank der Umsatz um beinahe die Hälfte und das Unternehmen schrieb von 10/11 bis 13/14 vier Jahre in Folge einen Verlust. In Erwartung einer steigenden Nachfrage in der mittleren Frist trieb Dottikon dennoch seine Investitionstätigkeit unbeirrt voran.

Für das gesamte laufende Geschäftsjahr 2017/18 rechnet Dottikon unverändert mit einer Zunahme des Umsatzes und des Gewinns.

ra/rw

(AWP)