DSW will Aktionärsrechte bei Linde-Praxair-Fusion vor Gericht klären

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will die Aktionärsrechte bei der Fusion der Gasekonzerne Linde und Praxair mit einer Feststellungsklage klären. "Wir sind davon überzeugt, dass eine Entscheidung von einer solchen Tragweite den Aktionären im Rahmen einer Hauptversammlung zur Abstimmung hätte vorgelegt werden müssen", sagte DSW-Vizepräsidentin Daniela Bergdolt am Dienstag in München. Die Klage könne die Fusion aber nicht stoppen: "Das ist auch nicht unser Ziel", betonte sie.
24.10.2017 12:14

Mit der Klage beim Landgericht München wolle der Anlegerschutzverein die Rechtslage klären lassen, damit die Mitsprache der Aktionäre in künftigen Fällen sichergestellt sei. Bei der Linde-Praxair-Fusion kämen allenfalls noch Schadenersatzansprüche gegen Vorstände in Betracht, an der Fusion würde sich aber nichts mehr ändern.

Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle und Vorstandschef Aldo Belloni hatten Bergdolts Forderung auf der Hauptversammlung im Mai zurückgewiesen. Ein förmlicher Beschluss der Hauptversammlung sei vom Aktienrecht nicht vorgeschrieben und wegen möglicher langwieriger Anfechtungsklagen riskant. Jeder Linde-Aktionär könne selbst entscheiden, ob er seine Aktien in Anteile des neuen Konzerns tauschen wolle.

Zwei Wochen vor Ablauf der Umtauschfrist haben deutlich mehr als 50 Prozent das Umtauschangebot angenommen. Indes hatte Linde die Hürde für den geplanten Zusammenschluss am Montag gesenkt. Statt 75 Prozent der Linde-Aktien müssten jetzt nur noch 60 Prozent in Anteile des fusionierten Konzerns umgetauscht werden./rol/DP/das

(AWP)