Dufry-Aktie nach Neunmonatszahlen schwach - EBITDA-Marge enttäuscht

Die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry sind am Dienstag etwas leichter in den Handel gestartet. Trotz des anhaltenden organischen Wachstums im dritten Quartal zeigten sich die Analysten von der Margenentwicklung enttäuscht.
31.10.2017 09:34

Die Dufry-Aktien sinken am Dienstag um 9.30 Uhr 2,8% auf 148,20 CHF. Gehandelt sind bis dahin bereits rund ein Drittel eines durchschnittlichen Tagesvolumens. Der Gesamtmarkt SPI tendiert derweil mehr oder weniger seitwärts.

In der Beurteilung der Resultate zeigen sich die Analysten weitgehend einig. Positiv wird in den ersten Kommentaren das organische Wachstum im dritten Quartal von 7,6% sowie die starke Cashgenerierung hervorgehoben. Der Analyst von Baader Helvea spricht von einer "starken Sommersaison", wobei das anhaltend zweistellige Wachstum in Lateinamerika, die kräftige Erholung in der Türkei sowie die Wachstumsbeschleunigung in Asien die Highlights seien.

Kepler Cheuvreux hält es durchaus für möglich, dass die Guidance für das organische Wachstum von 5 bis 6% im Gesamtjahr noch nach oben angepasst wird. Allerdings werde die Vergleichsbasis im letzten Jahresviertel anspruchsvoller. Die Bank Vontobel zeigt sich mit ihrer Annahme eines organischen Wachstums von 7% für 2017 bestätigt.

Kritischer beäugt wird dagegen die Entwicklung der EBITDA-Marge. Die Fortschritte bei der Bruttomarge seien auf Stufe EBITDA durch höhere Konzessionsgebühren sowie steigende übrige Ausgaben aufgehoben worden, schreibt die UBS. Auf zugrundeliegender Basis, also unter Ausschluss der Beiträge der Synergien aus dem Zusammenschluss mit WDF, sei gar ein Rückgang der EBITDA-Marge um 50 Basispunkte resultiert. Der UBS-Experte rechnet damit, dass die Konsenserwartungen diesbezüglich um 2 bis 4% gesenkt werden.

Ebenfalls leicht belastend wirken könnte, dass im Zusammenhang mit dem eventuellen Börsengang des Nordamerikageschäfts noch keine Entscheidung getroffen wurde.

Händlern zufolge bewegen sich die Aktien von Dufry schon seit Wochen in einem Seitwärtstrend zwischen 145 und 158 CHF. Als bremsend erweise sich dabei auch weiterhin die Kontroverse rund um den hochverschuldeten und übernahmehungrigen Grossaktionär HNA. Über ein Finanzkonstrukt kontrolliert der Mischkonzern aus China 20,92% der Stimmen.

an/uh

(AWP)