Dufry in der Hochsaison ausgebremst

(Zusammenfassung) - Beim Reisedetailhändler Dufry ist das Wachstum während der Hochsaison ins Stocken geraten. Währungsschwächen in den wichtigen Märkten Brasilien und Argentinien sowie abflauende Touristenströme in Spanien haben im dritten Quartal für deutliche Bremsspuren gesorgt. An der Börse werden die Titel abgestraft.
05.11.2018 15:20

In den ersten neun Monaten erzielte Dufry zwar ein organisches Umsatzplus von 3,3 Prozent auf 6,56 Milliarden Franken. Die Dynamik hat im Jahresverlauf aber kontinuierlich nachgelassen. Nach Zuwachsraten von 7,1 Prozent im ersten und 4,2 Prozent im zweiten Quartal, resultierte im saisonal wichtigsten dritten Jahresviertel ein Rückgang von um 0,7 Prozent.

Anbetracht des schwierigen Umfelds in einigen Märkten seien die Resultate insgesamt dennoch gut ausgefallen, sagte Dufry-CEO Julian Diàz am Montag an der Telefonkonferenz. Das Zahlenset und die starke Cash-Generierung zeige, dass die Widerstandsfähigkeit gegenüber von externen Faktoren beeinträchtigten Märkten gross sei.

Gegenwind aus verschiedenen Richtungen

Bei den Regionen machte Dufry in Lateinamerika insbesondere die Währungsschwächen in den Hauptmärkten Brasilien und Argentinien zu schaffen. Die starke Abwertung der jeweiligen Währungen gegenüber dem US-Dollar schränkte die Kaufkraft der lokalen Passagiere dort stark ein. Insgesamt ging der Umsatz der Region im dritten Quartal organisch um 11 Prozent zurück.

Ebenfalls rückläufig zeigte sich die organische Entwicklung in der Region Südeuropa und Afrika. Den Rückgang von 5,1 Prozent in dieser Region führt Dufry dabei auf die schwache Entwicklung in Spanien zurück. Während der Hochsaison hätten sich die Touristenströme zwar in andere Regionen wie Türkei und Griechenland verlagert, was aber den Rückgang nicht vollständig kompensiert habe. Allerdings sei in Spanien auch die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr sehr hoch gewesen, merkte der Dufry-CEO an.

Weiterhin positive Zuwachsraten verzeichneten dagegen im dritten Quartal die Regionen Osteuropa, Mittlerer Osten, Asien und Australien (+4,4%) sowie Nordamerika (+7,5%). Unter Ausklammerung des Konzessionsverlustes am Flughafen Genf erhöhte sich auch das organische Wachstum in Zentraleuropa und Grossbritannien organisch um 3,6 Prozent.

Profitabilität verbessert

Das laufende konzernweite Effizienzprogramm konnte derweil die erhoffte Wirkung entfalten. "Wir haben das Business Operating Model (BOM) schneller implementieren können als ursprünglich erwartet", sagte Diaz weiter. So seien nach neun Monaten bereits 33 Millionen Franken von den angepeilten 40 Millionen im Gesamtjahr realisiert worden. Die EBITDA-Marge stieg in der Folge um 40 Basispunkte auf 12,3 Prozent an. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 87,5 Millionen nach 84,7 Millionen Franken in der Vorjahresperiode.

Auch punkto Schuldenabbau hat Dufry einen Schritt vorwärts gemacht. So ging die Nettoschuldung seit Anfang Jahr um fast 600 Millionen Franken auf 3,09 Milliarden Franken zurück, unter anderem dank dem Börsengang der US-Tochter Hudson. Per Ende Oktober wurde zudem der im April angekündigte Aktienrückkauf über 400 Millionen Franken vorzeitig abgeschlossen.

Aktie taucht

Mit Blick nach vorne zeigt sich Dufry vorsichtig optimistisch. Zwar bleibe die Situation in den verschiedenen Schlüsselmärkten angespannt, allerdings seien im Oktober Anzeichen einer Stabilisierung sichtbar geworden, sagte der Dufry-Chef weiter. Insgesamt erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr ein organisches Wachstum vom 2 bis 3 Prozent bei einer EBITDA-Marge von 12 bis 12,3 Prozent. Für 2018 soll zudem eine Dividende mindestens auf Vorjahreshöhe ausgeschüttet werden, bekräftigte Diaz frühere Angaben.

An der Börse werden die Zahlen und die präzisierte Guidance schlecht aufgenommen. Bis 15.00 Uhr geben die Titel um 5,6 Prozent nach, während der Gesamtmarkt SPI mit 0,1 Prozent im Plus steht. Seit Jahresbeginn resultiert damit ein Minus von mehr als 20 Prozent. Die Analysten bemängelten in ihren Kommentaren die organische Entwicklung im dritten Quartal und den eingetrübten Ausblick.

an/yr

(AWP)