Dufry kehrt zu organischem Wachstum zurück - Zuversichtlicher Ausblick

(ergänzt um weitere Angaben) - Dufry ist im Geschäftsjahr 2016 dank der Übernahme von World Duty Free (WDF) kräftig gewachsen. Auch auf organischer Basis kehrte der Reisedetailhändler im zweiten Halbjahr zum Wachstum zurück und unter dem Strich resultierten wieder schwarze Zahlen. Mit Blick nach vorne zeigt sich Dufry zuversichtlich und will in den kommenden Jahren weiter wachsen.
15.03.2017 08:47

Der Umsatz stieg 2016 gegenüber dem Vorjahr um 28% auf 7,83 Mrd CHF, wobei sich vor allem die volle Konsolidierung von World Duty Free positiv auswirkte. Aus organischer Sicht resultierte für das Gesamtjahr ein Anstieg von 1,0% nach einem Rückgang von 5,3% im Vorjahr, teilte Dufry am Mittwoch mit. Im ersten Halbjahr war noch ein organischer Rückgang von 6,3% verzeichnet worden. In der zweiten Jahreshälfte beschleunigte sich das organische Wachstum auf von +1,3% im dritten auf +5,6% im Schlussquartal.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA legte um 29% auf 935 Mio CHF zu, bei einer um 10 Basispunkte höheren EBITDA-Marge von 11,9%. Unter dem Strich kehrte Dufry wieder in die schwarzen Zahlen zurück und erwirtschaftete einen kleinen Gewinn nach Minderheiten von 2,5 Mio nach einem Verlust von 79,3 Mio im Vorjahr. Unter Ausschluss der Einmalkosten im Zusammenhang mit der WDF-Integration habe der Reingewinn bei 323 Mio nach 183 Mio im Vorjahr gelegen, heisst es weiter.

Mit den Zahlen hat Dufry die Erwartungen der Analysten erfüllt.

WDF-INTEGRATION ABGESCHLOSSEN

Die Integration von WDF sei per Ende 2016 vollständig abgeschlossen worden, schreibt das Unternehmen. Im Jahr 2016 seien bereits 49 Mio CHF an Kostensynergien und 14 Mio bei der Bruttomarge realisiert worden. Das ursprüngliche Synergieziel von 105 Mio CHF passt Dufry auf nunmehr 125 Mio CHF an. Diese würden sich quartalsweise im Laufe des Jahres 2017 einstellen.

Die Fortschritte bei der Integration hätten sich auch positiv auf die Cash-Flow-Generierung und die Schuldensituation ausgewirkt, so die Meldung. So erhöhte sich der freie Cash-Flow um 43% auf 484 Mio CHF. Mit einer Senkung der Nettoverschuldung auf 3,75 Mrd CHF von 3,96 Mrd CHF per Ende 2015 seien auch die Schuldenabbau-Ziele erreicht worden.

REGIONEN UNTERSCHIEDLICH

Mit Blick auf die Regionen schnitt Nordamerika im Gesamtjahr mit einem organischen Wachstum von 4,5% am besten ab. UK/Mittel- und Osteuropa erzielten ebenfalls ein Wachstum von 3,9%. Dabei habe sich vor allem Grossbritannien im zweiten Halbjahr stark entwickelt, so die Meldung. In Russland sei die organische Entwicklung dagegen weiterhin negativ ausgefallen.

Auch in Asien/Mittlerer Osten und Australien wuchsen die Umsätze organisch um 0,4% leicht an. Negativ entwickelte sich dagegen Lateinamerika mit einem Minus von 4,1%, trotz einer "kräftigen Erholung" des Problemmarkts Brasilien in der zweiten Jahreshälfte. Ebenfalls negativ war auf Jahressicht die organische Entwicklung in Südeuropa/Afrika, mit einem Minus von 2,5%.

WEITERES ORGANISCHES WACHSTUM ERWARTET

Mit Blick nach vorne zeigt sich Dufry optimistisch. Insgesamt hätten sich im laufenden Jahr die positiven Trends aus dem zweiten Halbjahr fortsetzt, lässt sich CEO Julian Diaz in der Meldung zitieren. Auch sei in den Schwellenländern eine Abschwächung der Volatilität bei den Währungen zu beobachten. In Ländern wie Brasilien und der Türkei, die 2016 mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, sei mit "signifikanten Verbesserungen" im Laufe des Jahres zu rechnen.

In Zukunft werde im Schnitt ein jährliches organisches Wachstum zwischen 5% und 6% angestrebt, so der Dufry-Chef. Unterstützt werden soll dieses Wachstum durch weitere Investitionen in den Umbau von Ladenflächen und in digitale Angebote. Ausserdem sei die Eröffnung von 22'000 Quadratmetern neuer Ladeflächen im Laufe von 2017 geplant.

Zur Entwicklung der Profitabilität macht Dufry in der heutigen Meldung keine genauen Angaben. Gemäss früheren Aussagen erwartet das Unternehmen nach Abschluss der WDF-Integration eine EBITDA-Marge zwischen 13% und 14%.

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(AWP)