Dupont vor Fusion mit Dow Chemical mit Gewinnsprung - Abschluss später

(Ausführliche Fassung) - Der US-Chemiekonzern Dupont hat vor dem geplanten Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Dow Chemical den Gewinn kräftig gesteigert. Angesichts der noch ausstehenden Genehmigung durch die Behörden rechnet der Konzern nun aber nicht mehr mit einem Abschluss im ersten Quartal 2017. Ein Abschluss sei nun im ersten Halbjahr 2017 zu erwarten, sagte Dow-Chef Ed Breen am Dienstag bei der Zahlenvorlage. Man befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit den Behörden.
24.01.2017 13:57

Vor mehr als einem Jahr hatten die US-Grosskonzerne Dow Chemical und Dupont ihre Fusionspläne öffentlich gemacht. Mit der neuen Dowdupont soll zunächst der weltgrösste Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland entstehen. Es ist die grösste Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche. Nach dem Zusammengehen soll der Konzern in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden. Dow legt seine Quartalsbilanz an diesem Donnerstag vor.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Dupont den um Sondereffekte bereinigten Gewinn um 21 Prozent auf 3,35 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt weniger auf dem Zettel. Der Umsatz sank bei dem BASF -Konkurrenten wegen negativer Wechselkurseinflüssen um zwei Prozent auf knapp 24,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte auch dank Sparmassnahmen von 1,95 auf 2,51 Milliarden Dollar zu.

Dow und Dupont sind mit ihren Fusionsvorhaben nicht allein: Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta und der chinesische Staatskonzern ChemChina hatten der EU-Wettbewerbsbehörde zuletzt Zugeständnisse angeboten. Damit wollen sie Bedenken der EU-Kartellwächter gegen die geplante Fusion der beiden Unternehmen ausräumen.

Mitte September hatte Bayer die Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers nach einem monatelangen Poker verkündet. Die Monsanto-Aktionäre stimmten Mitte Dezember dem rund 66 Milliarden US-Dollar schweren Gebot aus Deutschland zu. Für die Rekord-Übernahme fehlen aber noch die Genehmigungen durch Behörden rund um den Globus.

Angesichts der grossen Marktmacht, die durch den Zusammenschluss in einigen Geschäftsbereichen entstehen könnte, dürften die Kartellwächter auch diesen Fall intensiv prüfen. Mit einem möglichen Abschluss wird auch deshalb erst Ende 2017 gerechnet. Es wäre der grösste Zukauf durch einen deutschen Konzern im Ausland. Die Akquisition würde Bayer mit einem Schlag zur Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen./jha/fbr/stb

(AWP)