Durchbruch für Merck KGaA: US-Zulassung für Hoffnungsträger Avelumab

(Ausführliche Fassung) - Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hat die ersehnte US-Zulassung für seinen Hoffnungsträger Avelumab erhalten. Das Okay aus den Vereinigten Staaten kam auch noch etwas schneller als erhofft.
23.03.2017 20:25

Für die Darmstädter ist dies ein "wichtiger und historischer Schritt", wie Konzernchef Stefan Oschmann bei der Bilanzpressekonferenz vor zwei Wochen in Erwartung der Entscheidung gesagt hatte. Die letzte Zulassung erzielte Merck vor gut neun Jahren mit seinem Krebsmedikament Erbitux. Vor allem mit neuen Medikamenten will Merck seine Wachstumsagenda der nächsten Jahre schaffen.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA gab am Donnerstag das Mittel Avelumab zur Behandlung eines aggressiven und seltenen Hautkrebstyps (Merkelzellkarzinom) zum Verkauf frei. Dies ist nach FDA-Angaben die erste Zulassung für diese Art von Krankheit. Die Darmstädter hatten das Mittel gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelt. Es soll nun unter dem Namen Bavencio vermarktet werden.

AKTIE ZIEHT NACHBÖRSLICH AN

Die Jahre harter Arbeit hätten sich ausgezahlt, erklärte die Chefin von Mercks Gesundheitssparte, Belén Garijo. Im Herbst hatte Merck bei der FDA und beim europäischen Pendant EMA Zulassungsanträge eingereicht. Das Okay aus den USA kam nun ein bis zwei Monate früher als erwartet. Im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate stieg die Merck-Aktie um annähernd 3 Prozent zum Schlusskurs im regulären Xetra-Handel.

Bis 2022 will das Darmstädter Unternehmen laut Planung aus dem vergangenen Oktober mit neuen Produkten Umsätze in Höhe von 4 Milliarden Euro erzielen, davon soll die Pharmasparte mit neuen Medikamenten 2 Milliarden Euro beitragen. Für das laufende Jahr rechnet Oschmann nach jüngsten Aussagen von der Bilanzpressekonferenz mit Avelumab noch nicht mit signifikanten Umsätzen./stk/das

(AWP)